"Don’t Worry Be Happy": Dieser Hit von Bobby McFerrin sollte nicht nur das Motto des Abends, sondern auch jenes für die Adventzeit und unsere weitere Zukunft sein, wie Karen Asatrian uns allen wünschte. Er erklang als Zugabe eines abwechslungsreichen Konzerts im Jazzklub Kammerlichtspiele, das fast zu einer reinen Familienangelegenheit wurde. Denn außer Karen am Klavier, wo er wieder mit großem "Feeling" und hoher Virtuosität nicht nur bei seinen Improvisationen glänzte, wirkte auch seine Gattin Anna Hakobyan mit großer Tonreinheit und Innigkeit, aber auch hohen technischen Standards, auf der Geige mit. Zudem wusste auch deren 25-jähriger Sohn Erik ebenfalls am Piano sowie mit elektronischen Zuspielungen zu faszinieren. Und weil Tochter Zara von ihren Studien in Paris nicht wegkam, übernahm kurzerhand Eriks Freundin Emma Robatjazy den Gesangspart. Und man staunte über die ausdrucksstarke, stilvolle und flexible Stimme der erst 21-Jährigen.

All dies erlebte das Publikum im ausverkauften Saal in unterschiedlichen Zusammensetzungen, hauptsächlich bei Eigenkompositionen von Karen: Dabei waren viele Balladen wie "Pendulum", wo die Pendelschläge am Klavier eindeutig zu hören waren oder "Qele, qele", was so viel wie "Gemma, gemma" heißt. Hierbei mischt Karen die Folklore seiner Heimat Armenien wieder geschickt mit klassischen und jazzigen Elementen. Ebenso wie bei "Fable", einem gefühlvollen, romantischen "Märchen", bei dem Anna souverän auf ihrer Geige die Hauptrolle spielte. Hier und bei einigen anderen Stücken wirkte auch Emil Krištof an den Drums mit. Aber auch Erik erwies sich als hochinnovativer Komponist, etwa mit "Resonance". Aber auch Nummern von Sting ("Fragile"), Stevie Wonder ("Dark'n Lovely") und Chick Corea ("Armando's Rhumba") waren stilvoll zu erleben.

Viel Applaus!