Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Egyd Gstättner denkt querEs lebe Bruder Bambi!

Egyd Gstättner ist in einer Felix Salten-Ausstellung in Wien klar geworden, dass ihm jeder Jagdinstinkt fehlt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Bambi, eine Schöpfung des Jägers Felix Salten © kk
 

Die „Bambi-Gala“ in München muss wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal entfallen – nicht aber die Ausstellung „Im Schatten von Bambi“ im Wien-Museum, die sich Bambis „Papa“ Felix Salten widmet, einem der großen Wiener Schriftsteller, Publizisten und Influencer im Kreis um Schnitzler, Hofmannsthal, Hermann Bahr und – seinem Feind – Karl Kraus. Da kann man nicht nur erfahren, dass Salten hartnäckigen Gerüchten zum Trotz höchstwahrscheinlich nicht Autor des Romans über die Sexarbeiterin Josefine Mutzenbacher ist, sondern auch, dass Bambis Vater, engagierter Tierschützer, leider auch passionierter Jäger war! Alarm! Achtung, Achtung, Bambi, Papa könnte dich killen!
In einem Brief bekennt Salten, niemals „vor einem erlegten Hirschen, Rehbock oder Keiler gestanden“ zu sein, „ohne dass sich mir in das Gefühl jägerischer Freude tiefes Erschüttertsein gemengt hätte.“ Diese Mischung von Lustmord und gleichzeitigem Erschüttertsein des Lustmörders über sich selbst kann ich einfach nicht nachvollziehen (heißt es nicht schon bei Nestroy: „‘s gibt nix Dümm‘res als die Jagd“?), es sei denn, man wendet das Freud‘sche Persönlichkeitsmodell auf ihn an: Das Tierschützerjäger-Es spuckt in sein Kinderbuch-Über-Ich hinein…

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren