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neuebuehnevillachEine HCB-Geschichte, an der letztlich alle scheitern

Ratlosigkeit hinterlässt Martin Duellers HCB-Stück „Mein Grund, und Boden“.

Etwas bemüht: Ein Filmteam recherchiert den HCB-Skandal © Klopft/neuebuehnevillach
 

Am Anfang sind alle „locker, immer locker!“, wie der Chef des Filmteams als Devise ausgibt. Die drei Männer glauben, dass sie eine Reportage über einen Umweltskandal im fiktiven Wurzental in der Tasche haben – doch die Filmaufnahmen sind verschwunden, die Festplatten gelöscht.
Der HCB-Skandal im Kärntner Görtschitztal und der Umgang damit in der Öffentlichkeit waren der Auslöser für Martin Dueller sein viertes Theaterstück „Mein Grund, und Boden“ den Menschen des betroffenen Tales zu widmen. Dafür las er viel, recherchierte Medienberichte und amtliche Meldungen, sprach mit der Bevölkerung. Er war der Schädigung der Landschaft auf der Spur, der Vertuschung durch offizielle Stellen und dem zunehmenden Frust der Einheimischen.
Aktuelle Themen als Denkanstöße für das Theater aufzubereiten ist prinzipiell zu begrüßen. Doch wie davon auf der Bühne erzählen? Dueller lässt seine Protagonisten nach Verlust der Filmaufnahmen die Wirklichkeit rekonstruieren. Sie selbst spielen die Rollen von Beteiligten selbst nach: Sie essen Äpfel, die nicht mehr schmecken, weil „da der Wurm drin ist“, kommentieren ein bemühtes Schreiben des Landeshauptmannes mit „na servas, Kaiser!“, stellen einen lispelnden Wissenschaftler dar und verlieren sich immer mehr in Ratlosigkeit. Mit„schräger Komik“ will der Autor nach eigenen Worten eine Geschichte aufarbeiten, an der alle scheitern. Auch das Filmteam verliert sich zwischen Pseudo-Aktivität und Stillstand, Fakten und Visionen. Da sich „das Problem“ nicht „in Luft auflösen kann“, endet das Schauspiel, das weder Lehrstück noch Kabarett, weder Satire noch dokumentarisches Theater ist, völlig offen, aber mit erhobenem Zeigefinger: „Darüber denken wir jetzt einen Moment nach!“
Daniel Doujenis, Martin Geisler und Michael Kuglitsch geben in der Regie des Autors ein anfangs cooles, später immer verzagteres Trio ab, das die bald gar nicht mehr „lockeren“ Dialoge mit Leben zu füllen vermag. Was der Beistrich im Stücktitel sagen will, können aber auch sie nicht erklären.

„Mein Grund, und Boden“, neuebuehnevillach; Weitere Termine bis 18. April; Beginn: 20 Uhr. Karten: 04242/27341

 

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