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ORF-StiftungsratFP-Steger mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt

Die FPÖ übernimmt heute erstmals das wichtigste ORF-Gremium. Norbert Steger wurde mit 25 Stimmen zum Vorsitzenden des Stiftungsrats gewählt.

KONSTITUIERENDE SITZUNG ORF-STIFTUNGSRAT: WRABETZ / STEGER
Norbert Steger und Alexander Wrabetz © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Mit der einstimmigen Wahl des Bürgerlichen Franz Medwenitsch zum stellvertretenden Vorsitzenden ist am Donnerstag die blau-schwarze Führung des ORF-Stiftungsrats fixiert worden. Die im Vorfeld kritischen Bundesländer-Vertreter konnte der neue Vorsitzende Norbert Steger mehrheitlich überzeugen, sieben von ihnen stimmten für ihn - darunter auch der Vertreter des rot-blau regierten Burgenlands.

Gegen Steger sprachen sich der Wiener Stiftungsrat Norbert Kettner sowie der Kärntner Siggi Neuschitzer aus. "Wenn es ums Politische geht, hätte ich für ihn stimmen müssen", sagte letzterer nach der Wahl im Gespräch mit Journalisten. Er glaube aber nicht, dass Steger die Interessen der Länder ausreichend wahrnehmen werde, artikulierte er sein "Misstrauen". Anders sah das Klaus Poier, entsandt von der Steiermark. Über die Stärke der Länder im Stiftungsrat habe dessen Vorsitzender ohnehin nicht zu entscheiden, das sei Sache des Gesetzgebers. "Ich sehe ihn jetzt noch mehr in der Pflicht."

ORF-Stiftungsrat wählte Steger zum Vorsitzenden

Betriebsrat

Gegen Steger stimmten auch vier der fünf Betriebsratsvertreter. Die fünfte, Gudrun Stindl, enthielt sich. Ihr gehe es um die Gesprächsbasis mit dem neuen Vorsitzenden, sagte sie. Weitere Gegenstimmen kamen von SPÖ-Vertreter Heinz Lederer, Hans-Peter Haselsteiner (für die NEOS im Gremium) sowie der Liste-Pilz-Rätin Susanne Fengler.

Alfred Trendl, der von der Bundesregierung entsandt wurde und auf den Status als Unabhängiger im Stiftungsrat pocht, wählte Steger. Dieser habe nämlich in der Sitzung die Korrespondenten-Büros des ORF "völlig außer Streit gestellt - das war mein Kriterium", sagte er. Vor einigen Wochen hatte Steger für Wirbel gesorgt, als er mit Einschnitten bei den ORF-Auslandskorrespondenten gedroht hatte. Am Donnerstag habe er diese im Stiftungsrat aber als "Asset" bezeichnet, das ihm "am Herzen liegt", so Trendl.

"Große Erfahrung"

Thomas Zach, Chef des ÖVP-Freundeskreises, verwies nach den Abstimmungen auf die "deutliche Mehrheit" für die neue Stiftungsrats-Spitze. "Es werden keine Schlachten ausgetragen und daher auch keine Siege errungen", sagte er aber zugleich. Man habe nun ein Vorsitzteam mit großer Erfahrung, sei damit gut aufgestellt und arbeitsfähig. Zach selbst leitet wieder den Finanzausschuss des Stiftungsrats, Medwenitsch den Programmausschuss.

SPÖ-Freundeskreisleiter Heinz Lederer nahm "zur Kenntnis", dass der burgenländische Stiftungsrat Werner Dax für Steger war. Offenbar hätten ihn Stegers Ausführungen zur Rolle der Landesstudios "überzeugt", wofür er auch Verständnis habe. Lederer selbst allerdings konnte der neue Vorsitzende nicht überzeugen. Er habe Steger etwa gefragt, "wie er in Zukunft mit Journalisten umgehen will, die ihm nicht passen". Steger habe angekündigt, er werde zurückhaltend agieren. Aber "wenn jemand so massiv und kräftig ins Medienhorn bläst", dann sehe er in solch einer Erklärung noch "keine positive Trendwende". Auch Stegers Ausführungen zu Regionalisierung und vor allem in der Frage der Gebührenfinanzierung fand Lederer nicht ausreichend. Überhaupt sei in der Sitzung "viel Weihrauch" versprüht worden und Steger mit "enormen Samtpfoten" aufgetreten, kritisierte er.

 

 

 

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Iris Bramann
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Zu alt

Warum setzt man nicht auf junge, innovative Leute ? Einen Rentner auf diese Stelle zu setzten, ist sehr unglücklich. Da hätte ich mehr Visionen erwartet. Aber hier geht es darum, einen guten Versorgungsposten zu vergeben.

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bmn_kleine
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Der neue Stil

scheint zu sein, auch 74jährige Politpensionäre in führende Postionen zu heben. Hauptsache von der FP. Wahrscheinlich ist das das letzte personelle Aufgebot an der FP.
Und der Bundeskanzler sagt nichts dazu, weil ja der Stil so wichtig ist und er weiter BK spielen möchte. Deshalb wackelt ja in dieser Regierung der Schwanz mit dem Hund

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tannenbaum
3
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Es

ist einfach unglaublich: Da schwadroniert jemand vom hinausschmeißen von ORF Redakteuren, weil sie die Vorgänge in Ungarn nicht in höchsten Tönen loben, und die ÖVP macht diesen Menschen zum Vorsitzenden des ORF Stiftungsrates! Zu was ist denn die ÖVP noch allem bereit? Schämt euch! Also mir kommt kein Schwarzer mehr ins Haus. Diese schmeiß ich hochkant hinaus!

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gremsi
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Hurra,

das große Umfärbeln der Blauen geht weiter.
Das was die Blauen an den anderen kritisiert haben, machen sie nun selbst.

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voit60
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vor über 30 Jahren

hat man den Steger aus der Regierung raus geworfen, und jetzt taucht er wieder auf. Haben die wirklich so eine dünne Personaldecke, die Bläulinge?

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spwolfg
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Sauerei.....

Wie ist es möglich, dass diese Ewiggestrigen immer wieder auftauchen?
Zu nichts fähig, aber versorgt.
Leitwort des Jahres: "Umfärben"
Da haben uns die Bierzelter etwas eingebrockt.

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hermyne
5
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Orf

Wenn ich richtig liege, hat der Haider den Steger aus seiner damaligen Partei quasi hinausgeworfen, denn Steger galt damals für ein Regierungsmitglied als völlig unfähig, wurde als Parteiobmann aber sowas von abgewählt und wurde innerparteilich sogar zum Verfemten. Ich hätte nicht gedacht, dass der Steger aber auch nur irgendwas noch werden könnte in unserer Republik. Falsch gedacht, Kurz und Strache machen ihn wieder Salonfähig. Die Medien müssen nun sehr aufpassen, denn sukzessive werden regierungskritische Journalisten jetzt entfernt werden. Nur die Medien können hier rechtzeitig entgegensteuern. Und natürlich das Wahlvolk, aber da habe ich wenig Hoffnung, denn bei auf die Blendgranaten, die derzeit geworfen werden, fallen leider viele hinein.

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Irgendeiner
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Nein, Steger und seine Truppe hatten

damals die aufrichtige Absicht die Blauen zu öffnen und vom rechten Rand wegzuführen, aber erst die hirnentkernten Wahlberechtigten dort und dann ihr habt lieber einen genommen der blendete und log,nachweislich, ihr fallt halt immer wieder rein,wie jetzt auch .Und daß der jetzt in Straches Horn bläst ist eine Schande, aber seine.

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SoundofThunder
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🤔

Wenn Sie sich die Moderatoren ansehen ist die Umfärbung schon im Gange. Lauter neue Gesichter mit dem richtigen Parteibuch. Der ORF wird nie unabhängig sein.Das lässt die Politik Österreichs nicht zu.

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tomtitan
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@SoT: Der ORF war noch NIE unabhängig

und wird es auch NIE sein! Leider hat in Österreich die Politik ÜBERALL ihre unnötigen Griffel drin!

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lieschenmueller
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Das Seltsame (wenn auch nicht Unerwartete) ist aber schon,

dass eine Partei, die ständig laut POSTENSCHACHER von sich gab, genauso, wenn nicht mehr, umfärbelt und - piepsleise - sagt: Das haben aber die Anderen auch gemacht. Eh, aber der Zeigefinger geht jetzt in die eigene Richtung. 74 ist Steger, Politiker in dem Alter, von welcher Partei sie seien, bitte genießt Eure Pension und "beglückt" das Volk nicht mehr!

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aral66
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In der ehem. UdSSR

hätte er genau das richtige Präsidentenalter

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leosto
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Jungblut

Nun bekommt der ORF endlich einen Jungspund als Vorsitzenden des Stiftungsrates. Unsere, oder die türkis/blaue Hoffnung für die Zukunft. Gratuliere!!!

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selbstdenker70
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...

Er wird das gleiche machen wie die roten davor gemacht haben. Auch die haben Korrespodenten ins Niemandsland geschickt weil sie nicht auf Linie waren. Heute ist er der beste in der Branche..

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ritus
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Ein Frösteln...

...läuft mir über den Rücken, wenn ich das lese. Und das liegt nicht am kühlen Wetter.
Ist das die erste markante Bestätigung dafür, dass die FP im Prinzip nur das Gleiche will wie die SP/VP davor, nämlich Macht- und Meinungskontrolle, halt nur mit eigenen Darstellern und Methoden? In der Regierung Schüssel gab es auch schon sehr massive Angriffe gegen den ORF (z.B. Westenthaler), aber das waren Wadlbeißereien im Vergleich zu dieser neuen Situation. Ich schätze, dass das in Zukunft eine andere Qualität und Richtung sein wird. Dass die bisherige Berichterstattung teilweise tendenziös und politisch gefärbt war, ist mir schon klar. Nur gab es immer auch genügend Raum für eine andere Betrachtungsweise. So konnte man sich dazwischen eine eigene Meinung bilden. Von Wahrheit will ich schon gar nicht reden, denn diese kennen oft nicht einmal die Player auf der politischen Bühne wirklich.
Passt sich Österreich immer mehr den östlichen Nachbarn an?

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schadstoffarm
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Respekt

das sich der Kanzler das auch noch traut ist beeindruckend. Meine GIS Mitgliedschaft werde ich bis auch weiteres ruhend stellen.

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lieschenmueller
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GIS

Die wird doch jetzt sicherlich abgeschafft! Schon, oder? ;-)

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lieschenmueller
8
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In meinen jungen Jahren dachte ich, dieser Mann wäre wenigstens

ein Vernünftiger, ein Gemäßigter, in dieser Partei. Auf meine alten Tage muss ich feststellen, gerade DER droht Korrespondenten. Journalisten sind meine ohnehin bescheidene Hoffnung, dass in diesen Zeiten noch etwas hinterfragt und nicht parteiergeben berichtet wird. Sollte das auch nicht mehr gegeben sein, sind wir arm dran. Und Österreich auch!

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dude
10
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Ein Mensch, der unliebsame Redakteure und...

...Korrespondenten entlassen will, wird Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates! Adieu Pressefreiheit!

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cleverstmk
12
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Noch wundern???

Nein das haben wir alles kommen sehen, allein die Bierzeltwähler checken es noch nicht. Danke Basti für diesen Fortschritt in Österreich

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