Serie Vitamin K(ultur)"Grünspan" wird heuer zehn Jahre alt

Die Drautaler Kulturinitiative „Grünspan“ feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen.

Norbert Kaltenhofer und Margot Fassler im Garten ihres Ateliers © KK
 

Wer Kunst aufs Land bringen will, muss sich so präsentieren, dass auch renommierte Künstler gerne ausstellen“, lautet das Credo der Drautaler Kulturinitiative „Grünspan“, die 2008 von Norbert Kaltenhofer ins Leben gerufen wurde. Der Kärntner Künstler hatte bereits 1997 damit begonnen, Veranstaltungen in seinem Atelier auf die Beine zu stellen.

Der Name „Grünspan“ bezieht sich auf die grüne Patina, die durch Oxidation von Kupfer entsteht. „Gemeint ist eine subtile Veränderung an der Oberfläche“, erklärt Vereinsobfrau Margot Fassler. „Wir wollen keinen Landstrich missionieren.“ Bei der Suche nach einer Präsentationsfläche stieß man auf den ehemaligen Rinderstall der Familie List. Seither finden in dem 250 Quadratmeter großen Gebäude zwei Ausstellungen sowie mehrere Konzerte und Lesungen pro Jahr statt. Der Fokus liegt auf der bildenden Kunst, das Leitthema ist jedes Jahr ein anderes. Seit dem 12. Mai werden in der Ausstellung „Fabelwesen im Widerstand“ populistische Tendenzen und der Selbstkontrollwahn infrage gestellt. Zu sehen sind 60 Bilder und Objekte von der bildenden Künstlerin Ronny Goerner und dem 2013 verstorbenen Maler und Bildhauer Gotthard Muhr.

Stilleben, Öl auf Leinwand. Gotthard Muhr (um 1970) Foto © Werner Schuessler

Gefördert wird die Plattform von der Kärntner Kulturabteilung, vom Bund sowie von den vier Gemeinden Ferndorf, Paternion, Stockenboi und Weißenstein. Während die Subventionen in „sehr guten Jahren“ 50.000 Euro pro Jahr ausmachten (inklusive Sponsoren und Einnahmen), sind es gegenwärtig um ein Drittel weniger. „Wir strecken uns nach der Decke, aber man kann nicht immer mit einer Erhöhung rechnen“, sagt die Vereinsobfrau. Eigeninitiative sei unter freien Kulturschaffenden ein Muss. „Die Freie Szene lebt von der Leidenschaft.“ Gleichzeitig stellt sie jedoch klar: „Frei sein heißt nicht, sich selbst zu vernichten.“ Verglichen mit ihrer Waldviertler Heimat empfindet sie die Freie Szene in Kärnten jedoch als sehr lebendig.

Für Fassler liegt die größte Herausforderung im organisatorischen Aufwand: „Eine Ausstellung ist nicht etwas, wo man nur Bilder aufhängt.“ Der ländliche Standort erfordere besonders viel Einfallsreichtum - für die Gäste sei das von Vorteil. „Damit sich die Anreise lohnt, muss das Programm abendfüllend sein.“ Die regionale Lage bietet einen weiteren Pluspunkt. „Im Unterschied zur Stadt sind unsere Besucher sehr konzentriert. Bei uns gibt es kein Gequatsche während der Veranstaltung“, schmunzelt Fassler. Groß sei auch das Interesse der Menschen aus der Region: „Die Feffernitzer sind sehr belesen.“

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