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#wirhörenzusammenDer Gral der Popmusik: Bernd Melichars Top 10 der "Fab Four"

Eine Spotify-Playlist für gute Laune und gegen Decken, die auf Köpfe zu fallen drohen: Die Redakteure der Kleinen Zeitung legen jeden Tag für Sie ein paar Songs auf, die durch den Alltag in der Isolation helfen.

Wir haben ja Zeit: Eine Reise durch den Katalog der Beatles © 
 

Let It Be? Nein, wir lassen es nicht sein. 50 Jahre nach dem Ende der Beatles ist es wieder einmal an der Zeit, die zeitlose Qualität dieser Songs anzupreisen.
 
Es passt gerade gut, eigentlich passt es immer, aber weil ich gerade an einer Story über das Ende der Beatles schreibe und die wunderbare Vinyl-Box, die den Gral der Popmusik enthält, vor mir stehen habe, möchte ich Ihnen meine "Top 10" der „Fab Four“ ans Herz legen. Aber eigentlich können Sie ruhig gleich den ganzen Beatles-Katalog durchhören. Zeit hätten wir ja gerade.
 
Wenngleich, auch wenn das jetzt ketzerisch klingt und die Herren aus Liverpool auf meiner musikalischen Heldenliste ganz weit oben stehen (Noch höher steht eigentlich nur einer, aber das ist eine andere Geschichte), also was ich sagen möchte: Bis zur LP „Rubber Soul“ (1965) haben  Lennon, McCartney, Harrison & Starr quasi noch ein wenig geübt, sich eingespielt, schöne Liedperlen aufgefädelt  – auf höchstem Niveau freilich.
 
Was aber dann an epochalen Alben folgte, an stilprägenden Gesamtkunstwerken, sprengt jede Beschreibung. Also lassen wir es ausnahmsweise sein – die Beschreibung nämlich. Und lassen die Musik sprechen. Übrigens, auch wenn das Rennen knapp ausgegangen ist, die Songauswahl verrät auch mein Lieblingsalbum.

 

Gestern legte Julian Melichar einige "Durchhalteparolen" auf.

So wie es aussieht, müssen wir uns noch länger in Geduld üben. Aus diesem Grund habe ich in meiner imaginären Plattentasche heute statt 5 gleich 10 Songs für die Isolationsparty mit.

Brandneues, längst Vergessenes, nie Erhörtes und Unerhörtes. 
Den Beginn macht der Grazer Songbastler „Laurie“, Frontmann der mittlerweile aufgelösten Band „Polkov“. Die Eigenregie steht dem Wahl-Wiener vorzüglich. Mit dem gerade veröffentlichten Song „Scientist of Man“ schafft Laurie es, einen mustergültigen Klangteppich seiner unterschiedlichen musikalischen DNA-Stränge zu weben. Die Intimität des Songs, der irgendwo zwischen Ryan Adams und Pavement angesiedelt ist, beeindruckt tief. Und natürlich passt der Titel des Songs in die Zeit. Hoch lebe die Wissenschaft!

„Catastrophe and Cure“, ein anderer heimischer Interpret mit neuem Material, hat sich seit dem letzten Album wie es scheint durch zahlreiche New Wave-Klassiker durchgeschmökert. Kein Wunder, dass die neue Single „Another Wave“ heißt. Spoiler: Der Song hat es in sich. Das ist natürlich weit mehr, als nur neuer „New Wave“. Hoffen wir nur, dass die Krankheitswellen des Corona-Virus sich nicht allzu oft wiederholen.
„Search for Life“. Dieser Lebensmodus ist gerade bestens bekannt.

Im Falle der „Dirty Projectors“ hört sich diese Suche nach einer Wald-Wanderung im zarten Morgentau an: Folk, Indietronica, Klassik, very sophisticated. Kollege Martin Gasser nannte die Gruppe einst „Bobo-Bande“. Stimmt irgendwie, klingt aber manchmal wahnsinnig gut.
Wie vertonte Erhabenheit klingt, lässt sich am besten am Beispiel von Sergei Prokofiev festmachen. Auch dieses Stück passt in die Zeit. Schließlich müssen wir Gespräche mit Sicherheitsabstand und vom Balkon aus führen. Da passt Romeo und Julia doch ganz gut?

Damit das traute Heim, in dem man mittlerweile wahrscheinlich jede Staubmilbe persönlich kennt, zur Festung wird, sollte man unverzüglich „Rock the Casbah“ von „The Clash“ auflegen. „Casbah“ nennt man im Orient eine Festung oder Zitadelle. Apropos Orient: Die ägyptische Sängerin Umm Kulthum, geboren 1904, galt als Königin der arabischen Welt. Verheiratet war sie nie. Keiner ihrer Bewerber wollte Kulthum in der Ehe weiter singen lassen. Mit den schier endlosen Stücken (manche dauern 50 Minuten) taucht man in eine grenzenlose Musik-Welt ein. Dem bewegt-bewegenden Leben der Umm Kulthum widmete der Sender Arte kürzlich eine Dokumentation.

Weitere brandneue Anspieltipps des Monats: Dua Lipas Frühlings-Hit „Break My Heart“, der epische musikalische Gangster-Blockbuster „Bolon“ von Haftbefehl, das fragile Flamenco-Mosaik „Dolerme“ von der spanischen Sängerin Rosalia und der spartanische Indie-Rock-Song „Martin“ von Car Seat Headrest.

 

Auf Spotify gibt es übrigens auch unseren täglichen Podcast "Corona Update" in dem der Infektionsspezialist Bernhard Haas die wichtigsten Fragen rund um Covid-19 beantwortet. 

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