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APA-Serie 100 Jahre Salzburger FestspieleAusgewählte Zitate

Zwischen "Wallfahrtsort", "perfider Fassade", "Olympischen Spielen der Kunst" und dem "Epizentrum des Besonderen".

ARCHIVBILD: GERARD MORTIER GESTORBEN
Gerard Mortier (1943-2014): Der Belgier war von 1991 bis 2001 Intendant in Salzburg © APA/HORST OSSINGER
 

"Ich glaube, dass Salzburg (...) dazu berufen ist, Wallfahrtsort zu werden für die zahllosen Menschen, die sich aus dem blutigen Gräuel dieser Zeit nach den Erlösungen der Kunst sehnen. Gerade dieser Krieg hat bewiesen, dass das Theater nicht entbehrlicher Luxus für die oberen Zehntausend, vielmehr ein unentbehrliches Lebensmittel für die Allgemeinheit ist." (Max Reinhardt, 1917)

"Was einmal für die attische Demokratie galt, gilt heute für die Salzburger Festspiele: Sie stützen einen Kult für die Kunst, erneuern das europäische Kulturgedächtnis, schärfen die Reflexion über grundlegende Fragen menschlicher Existenz und stellen dabei das sinnlich-ästhetische Erleben in den Mittelpunkt." (Aleida Assmann, 2020)

"Alles in dieser Stadt ist gegen das Schöpferische, und wird auch das Gegenteil immer mehr und mit immer größerer Vehemenz behauptet, die Heuchelei ist ihr Fundament, und ihre größte Leidenschaft ist die Geistlosigkeit, und wo sich in ihr Phantasie auch nur zeigt, wird sie ausgerottet. Salzburg ist eine perfide Fassade, auf welche die Welt ununterbrochen ihre Verlogenheit malt und hinter der das (oder der) Schöpferische verkümmern und verkommen und absterben muß." (Aus "Die Ursache" von Thomas Bernhard, 1975)

"Wenn sich die bedeutendsten Künstler der Welt in Salzburg versammeln und zeigen, dass das Beste gerade gut genug ist, nützt das allen." (Alexander Pereira, 2014)

"Kunst und Wirklichkeit, Theater und Leben: überall sonst sind's zwei getrennte Sphären. Hier bilden beide ein unlösbares Ganzes." (Aus: "Der kleine Grenzverkehr" von Erich Kästner, 1938)

"Festspiele, und Salzburg voran, sind deshalb immanent politisch; weil Festspiele entstehen aus der Meditation über die Tradition und aus der Melancholie darüber, dass Kunst nicht im Stande scheint, Utopien in Menschheitsgeschichte umzusetzen." (Gerard Mortier, 2000)

"Musikalisch theatralische Festspiele in Salzburg zu veranstalten, das heißt: uralt Lebendiges aufs neue lebendig machen." (Hugo von Hofmannsthal, 1921)

"Die Salzburger Festspiele wollen ein Epizentrum des Besonderen sein, ein Epizentrum des Nachdenkens über die Welt." (Markus Hinterhäuser, 2017)

"Mit einem Mal wurden die Salzburger Festspiele eine Weltattraktion, gleichsam die neuzeitlichen olympischen Spiele der Kunst, bei denen alle Nationen wetteiferten, ihre besten Leistungen zur Schau zu stellen. [...] So lebte ich mit einem Mal in der eigenen Stadt inmitten von Europa." (Aus: "Die Welt von Gestern" von Stefan Zweig, 1944)

"Es gibt viele Künstler mit vielen Lesarten, aber gute Lesarten gibt es nur wenige, und alle anderen haben bei Festspielen keinen Platz." (Nikolaus Harnoncourt, 2006)

"Salzburg ist, wie wir von Egon Erwin Kischs Großmutter wissen, die Hauptstadt von Salzburg." (Alfred Polgar, 1922)

"Je näher der Sommer heranrückt, desto stärker breitet sich das magische Wort 'Festspiel' aus." (Pierre Boulez, 2001)

"Diesem Glauben an die Kraft der Kunst in düsteren Zeiten verdanken die Festspiele ihre Existenz. Ich käme mir wie eine Verräterin vor, würde ich nicht für die Abhaltung auch in Corona-Zeiten kämpfen." (Helga Rabl-Stadler, 2020)

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