Kritik aus Mörbisch"West Side Story": Manhattan am Ufer des Neusiedler Sees

Gestern Abend feierte Leonard Bernsteins Musicalklassiker "West Side Story" Premiere in Mörbisch.

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Auch nach fast 65 Jahren ist Leonard Bernsteins „West Side Story“ erschreckend aktuell
Auch nach fast 65 Jahren ist Leonard Bernsteins „West Side Story“ erschreckend aktuell © APA/Seefestspiele Mörbisch
 

International vermehrte Rassenkonflikte, erhöhte Bandenkriminalität, hohes Aggressionspotential bei Jugendlichen: Auch nach fast 65 Jahren ist Leonard Bernsteins „West Side Story“ erschreckend aktuell. Pandemiebedingt um ein Jahr verschoben wurde dieses Mittelding aus Musical und Oper bei den Seefestspielen in Mörbisch mit einer imposanten Szenerie und großen Schaueffekten auf die Bühne gehievt. Die riesige Freiheitsstatue, schäbige, typische New Yorker Ziegelbauten aus der Vorstadt, heruntergekommene Buden, Mauern, überdimensionale grelle Werbeaufschriften, ein US-Straßenkreuzer auf einer Hebebühne: Der in Mörbisch schon mehrfach aktive Bühnenbildner Walter Vogelweider hat wieder aus dem Vollen geschöpft. Darin zeigt Regisseur Werner Sobotka diese aktuelle Version des amerikanischen "Romeo und Julia"-Ablegers in modernen Kostümen (Karin Fritz), die jedoch für heutige Verhältnisse zu zahm wirkt und durchaus drastischer sein könnte. Zwar ist das Tempo hoch, die Personenführung auch bei den Kampfszenen der amerikanischen "Jets" und der puertoricanischen "Sharks", jener an sich sehr brutalen New Yorker Bandenkriegsgeschichte, die im Einwandermilieu spielt, präzise und ideenreich. Auch die Choreographie (Jonathan Huor) ist meist mitreißend und voller Details. Für die schnellen Szenenwechsel werden die schäbigen, von beiden Seiten bespielbaren, mehrstöckigen Fassaden hereingeschoben oder gedreht. Allerdings weist die eine und andere Szene Längen auf. Auch die deutsch gesprochenen, langen Dialoge hätten einer Straffung bedurft.

Seefestspiele Mörbisch: West Side Story

Hohe Promidichte: Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Freundin Julia und seine Tochter Laura, Harald und Mausi Serafin

Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes

Opernsänger Heinz Zednik und Schönheitschirurgin Dagmar Millesi

Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes

Ministeriumsparade: Karoline Edtstadler und Vizekanzler Werner Kogler und Partnerin Sabine Jungwirth

Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes

Gery Keszler in Begleitung

Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes

Viel Spaß mit den weiteren Bildern!

Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
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Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
Seefestspiele Mörbisch/Christian Mikes
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Gesungen wird in Englisch insgesamt recht gut, allerdings von der Technik nicht immer optimal verstärkt, manchmal sogar recht scharf und laut: Andreja Zidaric verkörpert die Maria darstellerisch und auch stimmlich berührend. Paul Schweinester singt den Tony gut. Mit großer Innigkeit beeindruckt Tamara Pascual als Anita, besonders wenn sie den Ohrwurm "Somewhere" singt. Sehr bühnenpräsente Figuren sind Paul Csitkovits als Bernardo sowie Fin Holzwart als Riff. Das übrige Ensemble tanzt und singt überwiegend gut. Besonders hervorzuheben sind noch Natalie Rosetti als Anybodys, und Martin Rudolph Berger als Doc sowie Peter Edelmann als Lieutenant Schrenk und Gladhand.

Bernsteins hinreißende Musik voll Rhythmus, tänzerischem Schwung und nahezu opernhafter Melodik, angereichert mit seinen Ohrwürmer „Tonight“, „Maria“, „America“ wird vom Festival Orchester Mörbisch unter Guido Mancusi, der längere Zeit auch am Stadttheater Klagenfurt als Chefdirigent gewirkt und auch in Graz dirigiert hat, abgesehen von kleineren Unstimmigkeiten mit der Bühne mit viel Verve, Klangfrische und Intensität gespielt und demonstriert, welche jazzige Kraft und swingende Elemente in dem Werk stecken.

Groß war der Promifaktor im Publikum, darunter der Neffe des Komponisten Michael Bernstein: Die Eröffnungsrede wurde diesmal zweigeteilt: Peter Edelmann, der noch künstlerische Direktor, fand nach der Begrüßung klare Worte wegen seiner vorzeitigen Ablöse und Neo-Generalintendant Alfons Haider verkündete seine erste Musical-Produktion für 2022 „The King and I“ von Rogers-Hammerstein II.

Infos

Leonard Bernsteins "West Side Story" bei den Seefestspielen Mörbisch bis 21. August. Regie: Werner Sobotka, Musikalische Leitung: Guido Mancusi, Bühnenbild: Walter Vogelweider, Kostüme: Karin Fritz, Choreografie: Jonathan Huor. Mit Paul Schweinester - Tony, Andreja Zidarič - Maria, Fin Holzwart - Riff, Paul Csitkovits - Bernardo, Tamara Pascual - Anita, u.a..

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Danke für Ihr Verständnis.

Felicia
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Haider

Ich geb dir vollkommen recht. Auch in meinem Bekanntenkreis wird heuer das letzte Mal Mörbisch besucht. Man wollte nur für den Haider einen Posten schaffen, der sich da nun aufspielt. Mir tut Herr Edelmann leid, der sich bemüht und für nächstes Jahr wieder Operette geplant hat. Was mit Herrn Haider jetzt nicht mehr geht.

plolin
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Felicia

Genau meine Worte. Es ist eine Frechheit, was da abgeht. Aber sie bekommen spätestens nächstes Jahr die Rechnung präsentiert. Da bin ich mir ganz sicher!

plolin
8
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Mörbisch = Operette

Zwischendurch Musicals = perfekt!
Aber was der schöne Haider jetzt vorhat, geht überhaupt nicht.
Mich sieht Mörbisch, nach vielen Jahren, heuer zum letzten Mal!