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Alle styriarte-KritikenGlanzvolles Festival-Finale mit Jordi Savall

Die styriarte bestimmte in den vergangenen Wochen das steirische Musikleben. Lesen Sie hier gesammelt alle unsere Kritiken zum Festival.

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Jordi Savall, der am 1. August seinen 80er feiert, brachte zum Festival-Finale Werke von Rebel, Händel und Gluck mit © styriarte/Nikola Milatovic
 

Don Juan, List-Halle Graz, 24. Juli

Seit Jahren ist der Juli für Jordi Savall der „Österreich-Monat“. Da pendelt er zwischen Graz, wo er seit 1993 beliebter Dauergast der styriarte ist, und Salzburg. Auch heuer war das wieder so.

Nachdem der Katalane das Stainz-Konzert mit Barockmusik dirigiert hatte, das auch als ORF-Klangwolke übertragen worden war, war er vergangenen Woche bei den Festspielen an der Salzach zwei Mal in der Auftaktreihe „Ouverture spirituelle“ im Einsatz, zwei Mal mit dem Klangforum Wien in Gegenüberstellungen von alter und neuer Musik.

Einmal brachte er mit seiner Capella Reial und dem Orchester Hespèrion XXI ein Officium von Cristobal de Morales vor einem Part mit Olivier Messiaen, einmal Monteverdis „Madrigali guerrieri, et amorosi“ vor einem Werk von Luigi Dallapiccola. Dabei sang man gemeinsam mit dem beteiligten Vokalensemble Cantando Admont von Cordula Bürgi als Zugabe das Friedensgebet „Da pacem Domine“ von Arvo Pärt, das der Dirigent und Meistergambist, der übrigens am 1. August 80 wird, nach den Bombenanschlägen von Madrid 2004 beim Esten in Auftrag gegeben hatte.

Nun setzte Savall, auch schon gute Tradition, den glanzvollen Schlusspunkt hinter das styriarte-Festival. Dazu hatte er für barocke Programmmusik sein 25-köpfiges Concert des Nations mitgebracht. Das zeigte schon bei Jean-Féry Rebels erzählerischer Ballettmusik „Les Éléments“, worauf es ihm und dem Maestro ankommt: kantiger Schliff statt runder Schönklang in der im völligen Chaos beginnenden Orchestersuite.

Auch in Händels „Wassermusik“, oft reichlich poliert, gab Rauheit den Ton an, waren die Stimmen akzentuiert ausformuliert. Und in Christoph Willibald Glucks farbenreicher Ballettmusik „Don Juan“ konnte man zwischen den Galanterien die Bedrohung durch den über Leichen gehenden Verführer spüren, der im Finale in eine instrumental furiose Höllenfahrt hineingezogen wird.

Für den Jubel des Publikums in der List-Halle revanchierte man sich mit einem Kontratanz von Jean-Philippe Rameau und einer Bourrée, „die man Ravels ,Bolero' aus dem 17. Jahrhundert nennen könnte“, wie Jordi Savall schmunzelnd erklärte. (Michael Tschida)

Im Hörfunk: 28. Juli, 19.30 Uhr, Ö1

Kommentare (1)
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lanirm
1
4
Lesenswert?

"Summer of Love" Schlossbergbühne, 5. Juli

Also da sind wir gestern mit einer komplett falschen Erwartungshaltung
auf den Schlossberg gepilgert.
Das DARGEBOTENE tut mir heute noch im Herzen und in den Ohren weh,
es lebe zwar die Freiheit in der Kunst, aber Hymnen die Jahrzehnte nichts an ihrer Faszination verloren haben, so zu misshandeln, schmerzt auch meine Seele.