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Kritik Wiener Staatsoper"Faust": Letzte Lockdown-Premiere brachte einen Musiktheater-Triumph

Die letzte der Geisterpremieren ohne Publikum in der Wiener Staatsoper ist heute ab 20.15 Uhr in ORF IIZ zu sehen: ein Höhepunkt der Saison. Ausgerechnet Charles Gounods gern geschmähter "Faust" wurde dank eines Weltklasse-Ensembles und einer eigenwilligen wie starken szenischen Umsetzung von Frank Castorf zum Musiktheaterereignis.

Grandioses Duo: Juan Diego Flórez und Nicole Car in "Faust" von Charles Gounod © Staatsoper/Poehn
 

Frank Castorf muss wohl schon nach Wien an die Staatsoper gehen, um noch für Kontroversen zu sorgen: Hier entzünden sich an seinen Arbeiten eventuell noch die Gemüter, obwohl der ursprünglich für die Oper in Stuttgart kreierte "Faust" ziemlich nahe an der Erzählung des Originals gebaut ist und weit entfernt von jener "Stückezertrümmerung", mit der der Godfather des Regietheaters einst berühmt wurde. Castorf macht eine Art Miniparis zum Dreh- und Angelpunkt, ja zum Hauptdarsteller von Gounods "Faust"-Oper. In der detailreichen Drehbühne von Aleksandar Denić finden die Metro-Station "Stalingrad", ein Café, Mephistos Voodoo-Laden, Margarethes private Zimmer sowie eine gotische Kirche dicht gedrängt Platz.

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