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MeToo-DebatteDomingo-Auftritte in Madrid abgesagt

Nach der Entschuldigung von Plácido Domingo an Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten, hat die spanische Regierung zwei Auftritte des Opernstars abgesagt.

Polarisiert auch nach seiner Entschuldigung: Placido Domingo © AP
 

Nach der Entschuldigung von Opernstar Plácido Domingo bei zahlreichen Frauen, die ihm Übergriffe vorgeworfen hatten, sind nun zwei Auftritte des Sängers am Teatro de la Zarzuela in Madrid abgesagt worden. Diese Entscheidung treffe man "aufgrund der Schwere" der Vorwürfe und "aus Solidarität mit den betroffenen Frauen", teilte das Nationale Institut für Darstellende Künste und Musik (INAEM) mit.

Das INEAM betreibt das Zarzuela-Theater und ist dem Kulturministerium der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez unterstellt. "Das INAEM und das Ministerium für Kultur und Sport drücken ihre feste Unterstützung für die Frauen sowie ihre Ablehnung jeder Art von Belästigung, von missbräuchlichem Verhalten oder von Unterdrückung aus", heißt es in einem Kommuniqué weiter.

Domingo sollte am 14. und 15. Mai an der Oper "Luisa Fernanda" im La Zarzuela mitwirken. Die Aufführungen würden allerdings nicht abgesagt, hieß es. Der 79 Jahre alte spanische Sänger soll ersetzt werden.

In Hamburg wird überlegt

Indes hält die Hamburger Staatsoper   an den geplanten Auftritten des Sängers Ende März fest. "Wir sind irritiert über diese neuen Entwicklungen und nehmen die Thematik rund um Placido Domingo sehr ernst", sagte Pressesprecher Michael Bellgardt am Mittwoch der dpa.

Die Staatsoper beschäftige sich genau mit den neuesten Entwicklungen und informiere sich umfassend. "Wir werden uns auch mit den anderen Institutionen in Europa austauschen und danach an die Öffentlichkeit treten", sagte Bellgardt. Im Rahmen der "Italienischen Opernwochen" (8. März bis 2. April) der Hamburger Staatsoper sind drei Auftritte von Placido Domingo in Giuseppe Verdis Oper "Simon Boccanegra" geplant.

In Salzburg wartet man ab

Die Salzburger Festspiele teilten auf dpa-Anfrage mit, es gebe für das Engagement von Plácido Domingo in den beiden konzertanten Aufführungen der Verdi-Oper "I vespri siciliani" (Die sizilianische Vesper) im August 2020 unterschriebene Verträge. "Es war und ist den Festspielen ein Anliegen, den mit Vorwürfen eines Fehlverhaltens belasteten Sänger fair zu behandeln, also keine Vorverurteilung vorzunehmen." Die Faktenlage habe sich jetzt allerdings geändert, nachdem Domingo eingeräumt hatte, dass sein Verhalten die betroffenen Frauen verletzt haben könnte. "Die Salzburger Festspiele wollen zunächst umfassende Informationen zum Fortgang der in den USA laufenden Untersuchungen einholen und danach ihre Entscheidung der Presse bekanntgeben", hieß es in der Stellungnahme aus Salzburg.

In München hält man sich an den Vertrag

Die Bayerische Staatsoper in München hält an dem Engagement von Domingo als Nabucco bei den Opernfestspielen 2020 fest. "An unserem Haus sind uns keine Vorfälle bekannt, es gibt keinerlei Bedenken von Seiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", erklärte Intendant Nikolaus Bachler. "Herr Domingo zeigte für sein Verhalten Reue. Auch daher sehen wir keinen Grund, vertragsbrüchig zu werden."

Am Dienstag hatte sich der Sänger bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. Zuvor hatte eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Domingo hatte die Beschuldigungen bisher zurückgewiesen. Nach den Vorwürfen war er im Oktober 2019 als Chef der Oper in Los Angeles zurückgetreten. Einige Opernhäuser und Orchester in den USA sagten Auftritte Domingos ab. Andere - darunter die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele - hielten jedoch weiter an dem Klassik-Weltstar fest.

Kommentare (2)

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ugglan
3
4
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Ein

Domingo ist sicher nicht mit Weinstein zu vergleichen! Hier sollte man vielleicht die Kirche im Dorf belassen!

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Lodengrün
2
2
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Nicht

im Umfang. Aber auch er hat Auftritte in Aussicht gestellt.

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