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Grafenegg FestivalEröffnung mit Fanfare von Peter Ruzicka

Bei der 13. Ausgabe des niederösterreichischen Klassikfestivals wurde zum Auftakt gezeigt, was Vivaldi mit Mendelssohn und Strawinsky verbindet.

Der Wolkenturm in Grafenegg ist wieder imposanter Schau- und Hörplatz © APA/ORF/THOMAS JANTZEN
 

Das Eröffnungskonzert zur 13. Saison des Grafenegg Festivals ist am Freitagabend programmgemäß im Wolkenturm über die Bühne gegangen. Eine kurze Fanfare für neun Blechbläser von Peter Ruzicka, diesjähriger Composer in Residence, leitete den Abend ein, der im zweiten Teil vor allem durch den Wiener Singverein und die hervorragende Sopranistin Camilla Nylund geprägt war.

Die erste Hälfte wäre mit den "Quattro Stagioni" von Antonio Vivaldi an sich ein Selbstläufer gewesen. Stargeigerin Sarah Chang, ehemaliges Wunderkind, inzwischen 38, brachte das Kunststück zustande, eines der populärsten Werke der gesamten Konzertliteratur erstaunlich belanglos und ohne emotionalen Tiefgang zu interpretieren. Eigenwillige, willkürlich anmutende Temporückungen und mangelnde Einsätze ließen die Streicher des Tonkünstler-Orchesters NÖ auf verlorenem Posten zurück. Wie die Puppe Olympia aus "Hoffmanns Erzählungen" spielt Chang ihren Part seltsam automatenhaft, wenngleich nahezu in technischer Perfektion.

Einige Irritation rief auch ein offenbar reichlich unbedarfter Teil des Publikums hervor, der unbeirrt zwischen den einzelnen Sätzen applaudierte. Peinlich, immerhin wurde der Abend vom ORF übertragen. Man sollte der Musikpädagogik vielleicht doch wieder höheren Stellenwert im Rahmen der Allgemeinbildung zukommen lassen.

Sehr geistlich ging es nach der Pause weiter mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Hymne "Hör mein Bitten, Herr" nach Psalm 55, wobei Camilla Nylund ihren Solopart überaus souverän und textdeutlich gestaltete. Chefdirigent Yutaka Sado leitete seine Tonkünstler auch umsichtig durch Igor Strawinskys Psalmensymphonie.

Eine Kombination, deren innerer Zusammenhang sich nicht allen Zuhörern erschloss, obwohl die Lektüre des Programmheftes einige Hilfestellung geboten hätte. Erlauschtes Gespräch nach Konzertende: "Hat's dir gefallen?" - "Naja. Ein bissl schwer war's halt. Vielleicht intellektuell irgendwie." Auch eine Art von Fazit, irgendwie.

Grafenegg Festival, bis 8. September, Tickets und Information: Tel. 02735/5500, Internet: www.grafenegg.com

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