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Salzburger FestspieleDie Eröffnung stand im Zeichen des Klimawandels

Die Salzburger Festspiele 2019 sind offiziell eröffnet. Der Festakt in der Felsenreitschule am Samstagvormittag, an dem weite Teile des offiziellen Österreich teilnahmen, war von einem Thema dominiert: dem Klimawandel.

EROeFFNUNG SALZBURGER FESTSPIELE 2019: SELLARS
Peter Sellars hielt die Eröffnungsrede © APA/FRANZ NEUMAYR/LEO
 

Die Salzburger Festspiele 2019 sind offiziell eröffnet. Der Festakt in der Felsenreitschule am Samstagvormittag, an dem weite Teile des offiziellen Österreich teilnahmen, war von einem Thema dominiert: dem Klimawandel. Sowohl Festspielredner Peter Sellars als auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen nutzten ihre Reden für mahnende Worte zum Schutz der Umwelt (die vollständige Eröffnungsrede von Peter Sellars finden Sie hier).

Ein Umdenken, vor allem aber eine Veränderung unseres Handelns, brauche nicht Verbote, sondern auch eine tiefere, sinnliche, lustvolle Komponente, zeigte sich Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in ihren Begrüßungsworten überzeugt von der wichtigen Rolle der Kultur in der Klimadiskussion. Nicht nur der "Meister der Felsenreitschule", Peter Sellars, werde dies in seiner "Idomeneo"-Inszenierung zeigen, die am Abend Premiere feiert. Auch zum Festspielthema der Mythen werde man "den Beweis erbringen, dass die Beschäftigung mit den Mythen kein Schwelgen in längst vergangenen Zeiten ist, sondern Auseinandersetzung mit der Gegenwart".

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen war vorinformiert, dass Festspielredner Sellars über Klimawandel und Umweltschutz sprechen würde - ein aufgelegtes Thema für den ehemaligen Grünen-Politiker. "Die Klimakrise ist hier. Wir können sie greifen." Klimaforschung gebe es seit 100 Jahren, und "die Klimagötter sprechen seit etwa 50 Jahren mit steigendem Crescendo zu uns", schlug Van der Bellen den Bogen zum Festspielthema der antiken Mythen. "Man könnte meinen, wie in einer griechischen Tragödie steuern wir in einem irreversiblen und nichtlinearen Prozess auf den Abgrund zu."

Festakt: Eröffnung der Salzburger Festspiele

Regisseur Peter Sellars hielt die Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele. Am Abend feiert sein "Idomeneo" Premiere. Er verband seinen eindringlichen Appell für Umweltschutz mit seiner Rolle als Regisseur der Eröffnungsoper "eines aufbegehrenden, ungeduldigen, ungestümen und genialen 24-Jährigen aus Salzburg namens Wolfgang Amadeus Mozart".

(c) APA/FRANZ NEUMAYR/LEO (FRANZ NEUMAYR/LEO)

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen war vorinformiert, dass Festspielredner Sellars über Klimawandel und Umweltschutz sprechen würde - ein aufgelegtes Thema für den ehemaligen Grünen-Politiker. "Die Klimakrise ist hier. Wir können sie greifen."

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Premiere für Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein: erstmals bei den Festspielen am Pult. Sie nutzte ihre Rede für ein Lob der Mythen und der Freiheit der Kunst. "Die Mythen enthalten all das, was das Leben ausmacht: Den Logos und den Mythos, das Trennende und das Verbindende, das Alte und das Neue." 

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Die Welt der Mythen boten auch für Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) die Bezugspunkte - für eine philosophische Betrachtung des Themas Grenzen und Grenzüberschreitung.

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Margit Fischer, Alt- Bundespräsident Heinz Fischer und Festredner, Regisseur Peter Sellars vor Festakt

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Gewichtiger Manager: Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG

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Dirigent Aziz Shokhakimov leitete das Orchester beim Festakt

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In Plauderlaune: Intendant Markus Hinterhäuser, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf

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Hohe Kunst: Mimin Mavie Hörbiger (r.) und Paul Feigelfeld 

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Alexandra und Matthias Winkler (Hotel Sacher)

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Regisseur Achim Freyer (Oedipe)

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Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler plaudert mit Peter Sellars

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Alexandra Meissnitzer war auch mit dabei.

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Die Geschäftsführerin des Kunsthistorischen Museum in Wien, Sabine Haag

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Martian und Werner Fasslabend

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Der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß

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Freundschaftliches Gespräch: Ferdinand Wegscheider, Intendant von Servus-TV und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

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Eva Maria Baronin von Schilgen und Klaus Mathis auf dem Weg zur Eröffnung.

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Der ehemalige Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg, der 106-jährige Marko Feingold mit seiner Frau Hanna Feingold

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Margot Klestil-Löffler

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Doch, so Van der Bellen, er wäre nicht der Bundespräsident, wenn er nicht auch Hoffnung und Zuversicht aussprechen würde. Man höre von jungen Menschen, die auf die Straße gehen und sehe "politische Parteien, die bisher in dieser Hinsicht nicht auffällig waren, die sich jetzt den Klimaschutz auf ihre Fahnen heften", erlaubte sich Van der Bellen ein heftig akklamiertes Anstreifen an der Tagespolitik. "Nun, wie ich neulich sagte: Jeder Mensch kann etwas dazulernen." Jeder sei gefordert - richtete er sich auch explizit an die im Publikum anwesenden Vertreter aus Energiewirtschaft, Technologie, Finanz und Politik - sich aktiv einzubringen. "Wenn wir so weiterleben wollen, werden wir nicht so weitermachen können."

Eröffnungsrede

Eröffnungsredner Peter Sellars verband seinen eindringlichen Appell für Umweltschutz mit seiner Rolle als Regisseur der Eröffnungsoper "eines aufbegehrenden, ungeduldigen, ungestümen und genialen 24-Jährigen aus Salzburg namens Wolfgang Amadeus Mozart". Er deutete den "Idomeneo" als "Oper über das Meer" - und die Geschichte vom Vater, der den Sohn opfern soll, als taugliches Gleichnis für eine Gesellschaft, die auf Kosten der nächsten Generation die Umwelt zerstört. "Auf der ganzen Welt sitzen heute Verantwortungsträger an den Hebeln der Macht, die bereit sind, die kommende Generation zu opfern, die sich den dringend zu ergreifenden Maßnahmen und der sofortigen Reaktion auf das, was unser Planet einfordert, verweigern. Wie viele Wirbelstürme sind noch notwendig? Wie viele Hitzewellen?", fragte Sellars. Die griechische Tragödie lehre uns: "Es gibt nicht das Böse, es gibt nur Ignoranz."

"Machen wir nicht den Fehler, Profit mit Wert zu verwechseln", appellierte Sellars und plädierte für Maßnahmen wie die Veränderung der kapitalistischen Ordnung, für pflanzliche Ernährung, die Gleichstellung und Stärkung von Frauen weltweit sowie ein Hinhören auf das Wissen indigener Völker. Die wichtigste Gruppe aber sei die der jungen Menschen. "Kinder, sprecht zu euren Eltern", ermunterte Sellars. "Eltern, hört auf eure Kinder." Heute, in diesem "aufwühlenden Augenblick der Menschheitsgeschichte", gehe die junge Generation "mit Entschlossenheit und Idealismus auf die Straße."

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein nutzte ihre Rede für ein Lob der Mythen und der Freiheit der Kunst. "Die Mythen enthalten all das, was das Leben ausmacht: Den Logos und den Mythos, das Trennende und das Verbindende, das Alte und das Neue." Und die heuer aufgegriffenen Erzählungen von Medea, Ödipus, Orpheus und Idomeneo zeigten "wie nahe die Festspiele am Menschen und am Menschsein sind". Beispielhaft und mit politischem Unterton griff sie Medea heraus, der "kein Asyl gewährt" wird sowie "Idomeneo in schrecklicher Seenot". Schließlich betonte sie, als ehemalige Verfassungsrichterin, die "umfassende und unteilbare" Freiheit der Kunst und setzte sie in Differenz zur stets von Kompromissen beschränkten Politik. "Die Kunst darf - ja sie muss - auf den Kompromiss verzichten. Sie muss auch provozieren und verstören."

Die Welt der Mythen boten auch für Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) die Bezugspunkte - für eine philosophische Betrachtung des Themas Grenzen und Grenzüberschreitung. Zunächst anhand des Kindermordes der Medea und dem Inzest bei Ödipus fragte Haslauer nach den Grenzen, "die uns ausmachen, die in uns liegen, seelisch, philosophisch, kulturell". Die Kunst sei dabei "die permanente Verhandlung von Grenzverschiebungen; sie relativiert Absolutes".

Die Kunst selbst kam beim Eröffnungsakt in Form des Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Aziz Shokhakimov sowie mit Solistin Patricia Kopatchinskaja zu Wort. Neben den verpflichtenden Bundes-, Landes- und Europahymnen hielt man sich mit der wohlbekannten, schwungvollen Ouvertüre aus Offenbachs "Orphee aux enfers" und George Enescus "Rumänischer Rhapsodie" an das Opernprogramm des heurigen Festspielsommers, zwischen Grußworten und Festspielrede legte Kopatchinskaja mit Ravels "Tzigane" ihre persönliche, humanistische Mahnung vor - wie immer barfuß.

Bis Ende August hat nun wirklich die Kunst das Sagen - insgesamt 199 Vorstellungen werden dann an 16 Spielorten für einen weiteren dichten Festspielsommer zwischen Musiktheater, Schauspiel und Konzert gesorgt haben.

Kommentare (5)

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fwf
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Die Kunst als Diener der Politik

Klassische Kunst zur politschen (linken) Gehirnwäsche zu misbrauchen: Pfui !

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Cäsar
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Welches Gehirn

Warum verwenden Sie Fremdwörter dehren Begrifflichkeit nicht zu ihrem Schreiben passt.
Sie sollten nicht " den anderen" vorwerfen das sie das nicht besitzen, bei dem sie auf der Suche für sich kläglich gescheitert sind.
Kann es sein das sich dabei nur um rechten Niveau lösen Neid sich handelt.

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brosinor
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gerade in der Kunst /Kultur

wird doch geklotzt auf Teufel komm raus!
Jeder Fundus quellt über von Requisiten aber jeder Regisseur pocht auf neue Kostüme, auf neues Drumherum.
Und mit Kunststoff wird überhaupt geschwendet als gäbe es kein Morgen.
War selbst lange in dem Betrieb tätig und weiß wovon ich schreibe!

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Cäsar
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Die Dinge der Zeit

Da gebe ich ihnen schon recht, aber die Bühne die Geschichten alles im Leben, das uns begeistert ist und wird inszeniert und Übertrieben.
Die Realität als kleines ist , wird nicht als groß empfunden.
Die Macher hinter den Bühnen inszenieren und geben den Akteuren vor was Gespielt wird.
Das ist in der Kunst so, das ist im Sport so, das ist in der Arbeitswelt so, das ist bei Werbung und Kosum so und besonders in der Politik , den da dürfen auch noch die Darsteller sich unprofessionell einbringen.
Es wurd doch über Wurst gesprochen und Senf produziert.

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sugarless
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Porsche Cayenne

aufgrund des neuen Schlagwortes sieht man in Salzburg keinen einzigen SUV mehr und alle Gäste der Eröffnung sind mit dem Zug und in weiterer Folge mit dem Rad zur Eröffnungsfeier gefahren

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