Inszenierung in ParisDiese "La Bohème" spielt im Weltall

Opernregisseur Claus Guth rechnet in Paris mit heftigen Reaktionen auf seine Weltall-Inszenierung von "La Bohème". Aus den verarmten Künstlern sind notgelandete Astronauten geworden, die ums Überleben kämpfen.

FRANCE-MUSIC-OPERA
Claus Guth verlegt die "La Bohème" ins Weltall © APA/AFP/MARTIN BUREAU
 

Opernregisseur Claus Guth rechnet in Paris mit heftigen Reaktionen auf seine Weltall-Inszenierung von "La Bohème". "Es wird Proteste und Widerstand geben", sagte Guth. Seine Inszenierung, die an diesem Freitag (1. Dezember) ihre Premiere hat, dürfte jedes Publikum spalten, nicht nur das der französischen Hauptstadt.

Guth, Jahrgang 1964, wagt eine radikale Neuinszenierung. Die Handlung findet nicht in einer Pariser Mansarde statt, sondern im Kosmos. Und aus den verarmten Künstlern sind notgelandete Astronauten geworden, die ums Überleben kämpfen. Er liebe die Musik der von Giacomo Puccini Ende des 19. Jahrhunderts komponierten Oper, hasse aber die damit verbundenen Klischees über Künstler, erklärte er in dem Gespräch.

"La Bohème" gehört zu den meist aufgeführten Opern weltweit. "Wahrscheinlich ist sie das einzige unberührte Werk der Operngeschichte", erzählte der gebürtige Frankfurter. Eigentlich sei immer nur das Bühnenbild anders illustriert worden, eine neue Erzählweise hätte es aber noch nie gegeben, wie Guth meinte.

Auf die Idee des Weltalls hat ihn die Musik gebracht. Sie sei so schwerelos und unendlich weit, erklärte Guth. Mit seiner Neuinszenierung, die in der Pariser Bastille ihre Premiere feiert, wolle er den Zuschauern die Möglichkeit geben, die Musik mit neuen Bildern zu erleben. Die musikalische Leitung hat Gustavo Dudamel, Sonya Yoncheva singt die Mimi, Atalla Ayan den Rodolfo.

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