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Virtuose ErzählkunstPatrick Modiano: Im Irrgarten der Erinnerung

In seinem 29. Roman "Unsichtbare Tinte" setzt Nobelpreisträger Patrick Modiano sein virtuoses Spiel rund um trügerische oder falsche Erinnerungen fort. Ein Geniestreich, ein Meisterwerk.

Füllt "Leerstellen im Leben": Patrick Modiano © 
 

Der eine geniale Autor, Marcel Proust, machte sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit, der andere, Nobelpreisträger Patrick Modiano, spürt der verlorenen Erinnerung nach. Er tut es konsequent und kontinuierlich, aber nach Spielregeln, die ausschließlich er selbst bestimmt. Taucht in seinen Romanen der Satz "Ich erinnere mich" auf, weiß jeder, der mit den mittlerweile 29 Werken dieses famosen französischen Fallenstellers auch nur einigermaßen vertraut ist, dass Vorsicht keineswegs schaden kann. Mühelos, im Ton großer Überzeugungskraft, lässt Modiano die Grenzen zwischen der Rückschau auf Fragmente der Vergangenheit, dem möglicherweise tatsächlich Erlebtem und der Gegenwart verschwinden, um daraus souverän und brillant eine nur ihm gegebene Form der Gleichzeitigkeit zu schaffen. Alles ist jetzt und dieses Jetzt ist alles andere, nur nicht das Erwartete. 

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