DebütromanLucia Leidenfrosts "Wir verlassenen Kinder": Die lieben Kleinen sind zum Fürchten

In "Wir verlassenen Kinder" erzählt Lucia Leidenfrost davon, was passieren kann, wenn eine Gesellschaft ihre Schwächsten alleine lässt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Was passiert eigentlich, wenn eine Gesellschaft Kinder und Alte zurücklässt? © AP
 

Das Unheimliche schleicht sich so geschickt ein, dass man anfangs kaum bemerkt, dass das rustikale Idyll längst zerbrochen, aus scheinbar kleinen Grausamkeiten unter Kindern längst System geworden ist. Der Schauder vor den lieben Kleinen: Man kennt ihn aus Werken von "Herr der Fliegen" bis "Das weiße Band". Hier imaginiert Lucia Leidenfrost in einem aufregenden Romandebüt, was möglich wird, wenn eine Gesellschaft Kinder und Alte sich selbst überlässt.

Welcher Konflikt die Erwachsenen fortgetrieben hat, bleibt offen; ein Krieg vielleicht oder die Arbeits- und Perspektivlosigkeit, die derzeit Landstriche Osteuropas entvölkern. In kühler, präziser Prosa stellt dieses Buch zur Diskussion, ob die eigentliche Barbarei nicht in einem System liegt, das solche Entwicklungen zulässt.

KK
Lucia Leidenfrost. Wir verlassenen Kinder. Kremayr & Scheriau, 190 Seiten, 19,90 Euro. © KK

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.