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Buch der WocheMit Sepp Dreissinger "Im Kaffeehaus": Köstliche Melange

Sepp Dreissinger ist „Im Kaffeehaus“ daheim. Jetzt serviert der Ausnahmefotograf eine feinsinnige Mischung aus Bildern und Gesprächen. Mit Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Stefanie Sargnagel und vielen mehr.

Legendäres Bild: Thomas Bernhard 1988 im "Bräunerhof" © Sepp Dreissinger
 

In Wien habe ich immer an der Kaffeehausaufsuchkrankheit gelitten, denn es hat sich herausgestellt, dass diese Kaffeehausaufsuchkrankheit die unheilbarste aller meiner Krankheiten ist“, schrieb Thomas Bernhard in „Wittgensteins Neffe“. Offenbar nicht nur unheilbar, sondern auch schwer ansteckend. Fragen Sie Sepp Dreissinger! Ihn hat der Virus Viennensis auch schon vor Ewigkeiten erwischt. Und wo kuriert man den am besten? Im Kaffeehaus natürlich. Zwei Mal am Tag muss der 71-Jährige dorthin. Mindestens.


Was der gebürtige Vorarlberger zwischen „Sperl“ und „Gutruf“, „Griensteidl“ und „Bräunerhof “ über Jahrzehnte aufgeschnappt hat, legt er nun in einem wunderbaren Band vor. Der Ausnahmefotograf serviert eine köstliche Melange seiner legendären Bilder samt Interviews, die er seit 2004 sporadisch geführt hat. Aufnahmen mit Auge und Ohr sozusagen.

Fotoband mit Anekdoten: "Im Kaffeehaus" mit Sepp Dreissinger

Ein legendäres Bild: Ausnahmefotograf Sepp Dreissinger fotografiert Literat Thomas Bernhard 1988 im "Bräunerhof". Es ist Teil seines neuen Fotobandes "Im Kaffeehaus", erschienen im Album Verlag.

Sepp Dreissinger

Dort kehrt auch Burgtheaterliebling Birgit Minichmayr gerne ein, um unter dem "Bernhard"-Spiegel Platz zu nehmen.

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Schätzt auch grindigere Beislkultur: Autorin und Social-Media-Queen Stefanie Sargnagel, hier fotografiert im Cafe Weidinger.

Sepp Dreissinger

Ein Selbstporträt: der Vorarlberger Fotograf Sepp Dreissinger fängt hier ausnahmsweise einmal sich selbst ein.

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Ein guter Platz, um Künstler an ihrem Arbeitsplatz zu treffen: das Cafe Eiles. Hier zu sehen: Autor Christoph Ransmayr im Jahr 1989.

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Eines der seltenen Fotos: Hier traf Sepp Dreissinger Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek 1988 im "Cafe Museum" in Wien.

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Auch Burgmime und Autor Joachim Meyerhoff sitzt gerne Zeit im Kaffeehaus ab.

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Ein Kaffeehausoriginal: Leopold Hawelka.

Sepp Dreissinger
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Friederike Mayröcker unterhielt sich im „Mozart“ mit ihrem Herzgefährten Ernst Jandl über Wuchteln und Pyjamas. Joe Zawinul erinnerte sich an Friedrich Guldas „Furzendler-Ode“. Franz Schuh verriet, dass er im „Salzgries“ ein „Möbel auf zwei Beinen“ war. Olga Neuwirth, als Kind im Grazer „Theatercafé“ mit heißer Schokolade (und manchmal einem Tropfen Cognac) aufgepäppelt, komponierte für ihr zweites Wohnzimmer ein „Pièce d’amour pour le Café Korb“ inklusive Originalgeräusche vom Tellerklappern und Schnitzelbraten ...


Von Gert Jonke bis André Heller, von Christine Nöstlinger bis Stefanie Sargnagel, von den Wirten Kurt Kalb bis zum legendären Leopold Hawelka: Bei Sepp Dreissinger, dem feinsinnigen Hinschauer und Zuhörer, kommt eine illustre Schar ins Bild und zu Wort – humorvoll, melancholisch, philosophisch, tiefgängig.


Das 350 Seiten starke Panoptikum der Wiener Kaffeehauskultur ist nach 14 Tagen übrigens schon fast ausverkauft, also: Noch eine Melange, bitte!

Buchtipp

Sepp Dreissinger.
Im Kaffeehaus. Fotografien, Gespräche. Album-Verlag, 350 Seiten, 39 Euro.

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