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Rede von Schriftsteller Clemens J. SetzWie man zu Lebzeiten fiktiv wird

Schriftsteller Clemens J. Setz eröffnet heute mit einer furiosen Rede über das Ineinander von Realität und Parallelwelt und das Scheinleben in einer „falschen Zeit“ das Literatur-Festival „Out of Joint“ im Grazer Literaturhaus. Wir bringen markante Auszüge daraus.

Der vielfach ausgezeichnet Schriftsteller Clemens J. Setz
Der vielfach ausgezeichnet Schriftsteller Clemens J. Setz © (c) Christian Jungwirth
 

Eines meiner Lieblingscomputerspiele ist Grand Theft Auto 5. Man schießt darin auf Menschen und klaut ihre Autos. Aber das Schöne daran: Man muss das nicht tun. Bei vielen anderen klassischen Ego-Shooter-Spielen stirbt man ziemlich schnell oder langweilt sich, wenn man sich dem vom Spiel vorgegebenen Storymodus widersetzt. In GTA5 aber gibt es „von Natur aus” überhaupt keine Gegner, die einen angreifen. Man muss jedes Mal selbst mit der Gewalt beginnen. Nur, wenn man ein Auto gestohlen oder wahllos auf Passanten geschossen hat, kommt die Polizei und wird zu einem aktiven Gegner, der das Feuer eröffnet und einen tatsächlich umbringen kann.

Kommentare (1)

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zweigerl
3
0
Lesenswert?

Fulminant?

Die Rede mag "fulminant" sein (ich bin kein Computerspieler) - was irgendwie nicht so ganz überzeugend ist, das ist der Bezug auf eine US-Sci-Fi-Story aus den fünfziger Jahren. um damit unsere heutige paroxystische Welt zu beschreiben. Die technoide Fiktionalität fällt wieder hinter die Biologie des blanken Überlebens zurück. und bedarf dringend einer Neuprogrammierung.