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AuszeichnungÖsterreichischer Buchpreis für Norbert Gstrein

Für seinen Roman "Als ich jung war" erhält Norbert Gstrein (58) den Österreichischen Buchpreis 2019. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Den Debütpreis bekommt Angela Lehner.

ANTON WILDGANS PREIS 2013: NOBERT GSTREIN
Buchpreis 2019: Norbert Gstrein © APA/HANS PUNZ
 

Es ist eine raffinierte, vielfach verzahnte Geschichte, die Norbert Gstrein in "Als ich jung war" erzählt. Mit zwei Schaupätzen (einem Schlosshotel in Tirol und einem Wintersportort in den USA) und zwei mysteriösen Todesfällen. Der Roman lässt sich auch lesen wie ein Krimi, allerdings verzichtet der in Hamburg lebende Autor auf jegliche Auflösung zahlreicher Rätsel, die seine trügerische und vielschichtige Story prägen.

Gstreins Roman erinnert an das Gedicht „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff, so die Jury in ihrer Begründung: "Die Dämmerung bricht an, etwas Numinoses legt sich über das Land. Selbst dem Freund ist nicht zu trauen in dieser Stunde der verlorenen Sicherheiten." Denn der Autor sei ein Meister des „zwielichtigen“ Erzählens: "Norbert Gstrein setzt Zeichen um Zeichen. Man folgt seinem Konstrukt und seinem bewundernswert klaren Satzbau mit Spannung, aber im Gegensatz zum Detektivroman gibt es hier kein Superhirn, das die Zeichen eindeutig interpretieren könnte. Am Ende hält der Leser viele Fäden in der Hand. Ob einer davon der rote ist – wer weiß?“

Auf der Shortlist waren mit  Norbert Gstrein auch noch Raphaela Edelbauer mit "Das flüssige Land", Sophie Reyer mit "Mutter brennt", Karl-Markus Gauß mit "Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer" und  Clemens J. Setz mit dem Erzählband "Der Trost runder Dinge"  ich
jung war". Die bisherigen Auszeichnungen, jeweils mit 20.000 Euro dotiert,  gingen an Friederike Mayröcker (2016), Eva Menasse (2017) und Daniel Wisser (2018). 

Mit dem Debütpreis wurde die junge Kärntnerin Angela Lehner für ihren bei Hanser erschienenen Roman "Vater unser" geehrt. Lehners "fulminanter Debütroman, unsentimental, frech und direkt erzählt, ist Familiengeschichte, Krankenhausreport und Krimi in einem – und zugleich ein kritischer Befund eines katholisch geprägten Österreich, in dem auf den Hausaltären neben dem Rosenkranz das gerahmte Porträtfoto von Jörg Haider liegt“, so die Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Autorin, 1987 in Klagenfurt geboren, ist in Osttirol aufgewachsen und lebt in Berlin.

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