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Norwegen als Gastland der Frankfurter BuchmesseTrøstliches liegt fern

„Der Traum in uns“ – so betitelt Norwegen seinen Auftritt bei der Buchmesse Frankfurt. Vorerst dominieren Albträume.

NORWEGISCHE OPER IN OSLO
© APA
 

Wenn es denn stimmt, dass Landschaften stets auch ein Bildnis und ein Zustand der Seele sind (und wer vermag ernsthaft daran zu zweifeln?), dann liefert Norwegen die markantesten und präzisesten literarischen Seelenlandschaften. Doch nichts ist darin zu verspüren von der Ansichtskarten-Idylle, von den reichlich vorhandenen Sehnsuchtsorten, den magischen Naturschauspielen, der wunderbaren Weite.

Es sind Gegenpositionen, es ist ein Aufbegehren gegen oft trügerisch schönen Schein, es sind Alltagsbefunde, die in tiefe, zerklüftete Abgründe führen. Das war bei Henrik Ibsen so, der mit Komödien nichts im Sinn hatte und mit „Der Volksfeind“ einen Umweltskandal von zeitloser Gültigkeit zum Thema seines Dramas machte. Das war beim Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun, der, reichlich betagt, einen Charakterinfarkt erlitt und mit den Nazis sympathisierte, nicht anders. Dennoch: Mit „Hunger“ öffnete er das Tor zur Moderne, Franz Kafka und später Samuel Beckett ließen sich von ihm inspirieren.

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