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LiteraturnobelpreisGremium schrumpft weiter

Nach Belästigungs- und Korruptionsskandal: Auch die Autorin Sara Stridsberg nimmt den Hut und zieht sich aus dem für die Vergabe des Literaturnobelpreis zuständigen Gremium zurück.

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Verließen das Gremium: Sara Strisberg und die Vorsitzende der Akademie Sara Danius © APA/AFP/TT News Agency/JONAS EKS
 

Mit der Schriftstellerin Sara Stridsberg (45) nimmt ein weiteres Mitglied der in die Krise geschlitterten Schwedische Akademie den Hut, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag berichtete. Die für die Vergabe des Literaturnobelpreises zuständige Akademie wird derzeit von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert, in dessen Folge bereits mehrere ihrer 18 Mitglieder zurücktraten.

"Die Schwedische Akademie informiert, dass Sara Stridsberg ihr am 27. April mitgeteilt hat, ihre Verpflichtungen als Mitglied zurücklegen zu wollen", hieß es in einem knappen Statement.

Korruptionsskandal

Die Akademie kämpft derzeit mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal. Im Zentrum steht das Komiteemitglied Katarina Frostenson. Der Dichterin werden Verstöße gegen Transparenzregeln vorgeworfen. Sie soll verschwiegen haben, Mitinhaberin einer von ihrem Mann geführten Veranstaltungsbühne zu sein, die einst Fördermittel von der Akademie erhalten hat. Ihrem Mann warfen mehrere Frauen sexuelle Belästigung vor. Wegen des Umgangs mit den Vorwürfen war ein tiefer Riss durch das Gremium gegangen. Im Zuge dieser Krise trat unter anderem die Vorsitzende der Akademie, Sara Danius, zurück.

Darüber hinaus steht die Schwedische Akademie nun auch wegen möglicher Wirtschaftsverbrechen im Fadenkreuz von Wirtschaftsfahnder. Die Behörde für Wirtschaftsdelikte habe Untersuchungen eingeleitet, wie es am Freitag hieß. Nähere Informationen zu deren Inhalt wurden nicht mitgeteilt.

Im Zuge der Entwicklungen tauchten in Medienberichten bereits Spekulationen über ein mögliches Ausfallen der Vergabe des Literaturnobelpreises in diesem Jahr auf. Die Akademie wählt seit 1901 den Träger aus. Sieben Mal wurde die Auszeichnung seitdem nicht vergeben, zuletzt von 1940 bis 1943.

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