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Autoren geben AuskunftFine Crime-Festival: Was den perfekten Krimi ausmacht

Das Fine-Crime-Krimifestival begeistert derzeit mit spannenden Lesungen und packenden Geschichten in graz. Doch, was macht einen gelungenen Krimi eigentlich aus und wie steht es um die Krimikultur im Land? Einige Autoren geben Antwort.

Das Literarische Krimi-Quartett war am Mittwoch ein erstes Highlight der Fine Crime. © (c) niki schreinlechner photography
 

Es ist mittlerweile die vierte Fine Crime, die in Graz noch bis 5. März für einige Spannung sorgt. Das Krimifestival bietet eine Palette verschiedener Veranstaltungen an, vom Literarischen-Krimi-Quartett bis zur "Langen Nacht des Krimis", die am Freitag um 19 Uhr im Theater am Lend steigt.

Wir haben einige Autoren vorab Fragen gefragt, wie es um die heimische Krimilandschaft steht und was den perfekten Krimi ausmacht.

Stefan Slupetzky

Herr Slupetzky, wie steht es aus Ihrer Sicht um die heimische Krimi-Landschaft?

Sie blüht und gedeiht. Um nicht zu sagen, sie wuchert.

Was macht den perfekten Krimi aus?

Alles, was gute Bücher im Allgemeinen ausmacht: Die Sprache, die Handlung, die überraschenden Momente, die Liebe des Autors zu seinen Protagonisten.

Welche Vorteile haben (Krimi-)Festivals für Autoren?

Sie können ihre Bücher präsentieren und mit Kollegen einen heben. Und sie verdienen in der Regel auch ein bisschen Geld damit.

Stefan Slupetzky Foto © Julia Maetzl

 

Isabella Archan

Frau Archan, Sie sind in Graz geboren und leben heute in Köln: Ist es für Sie eine besondere Sache, im Rahmen der „Fine Crime“ in Graz zu lesen?

Ja, ich bin geboren und aufgewachsen in Graz, habe hier auch meine ersten Schauspieljahre am Grazer Schauspielhaus erlebt. Derzeit lebe ich in Köln, dort spielen auch meine Krimis. Aber in jeden meiner Bücher kommt ein Stückchen Steiermark vor und ich komme immer wieder gerne zur Familie und zu Freunden in meine Heimatstadt. Umso erfreulicher, wenn ich Privates und Berufliches verknüpfen kann. Dafür ist eine Einladung zur Fine Crime ideal. Für mich das 2. Mal jetzt. Dazu noch das Wiedersehen mit Kollegen/Kolleginnen. Und mit dem tollen Publikum. Der Flair der langen Kriminacht - einfach super.

Ganz allgemein gesprochen: Was macht den perfekten Krimi aus?

...ob es den 'perfekten Krimi' gibt, weiß ich nicht. Aber das Mäuschenspielen bei einem Mord, die Lust den Ermittlern auf die Finger zu schauen, dazu Charaktere, die mitunter schräg und seltsam sind (wie wir ja manchmal auch) machen die Mischung aus. Das Salz in der Krimisuppe ist für mich dann noch der Humor.

Welche Vorteile haben (Krimi-)Festivals für Autoren und Autorinnen?

Festivals dienen der Präsentation, sie erschaffen Räume, wo der Schreibende seinen LeserInnen begegnen kann. Ich liebe Festivals, man kommt aus der einsamen Position am Schreibtisch hervor und kann sich zeigen. 

In Ihren MordsTheaterLesungen verbinden Sie zwei Leidenschaften miteinander. Darf sich auch das Grazer Publikum auf eine theatral vorgetragene Lesung von Ihnen freuen?

Bei der laaaangen Nacht der Krimis (Anmerkung: 2. März, 19 Uhr) werde ich meine sechs Minuten auf jeden Fall für eine darstellerische Möglichkeit nutzen. Überhaupt sind meine MordsTheaterLesungen für mich eine wunderbare Gelegenheit, meine beiden Berufe zu verbinden und mal wieder Theaterluft zu schnuppern.

 

Claudia Rossbacher

Wie steht es aus Ihrer Sicht um die heimische Krimi-Landschaft?

Der heimische Krimi ist breit aufgestellt und erfolgreich wie nie zuvor. Seine große Beliebtheit spiegelt sich regelmäßig in den Bestsellerlisten wider. In der Folge treten immer mehr österreichische Autor_innen an, um die Leser_innen von Spannungsliteratur mit immer neuem Lesestoff zu versorgen, vom Regionalkrimi über Cosy Crime bis hin zum Thriller mit internationalen Handlungsschauplätzen. Inzwischen finden sich in den Buchhandlungen alle Spielarten des Krimigenres auch aus heimischen Federn. Manche auf hohem literarischem Niveau. Andere der großen Nachfrage geschuldeten Werke genügen noch nicht einmal den geringsten Ansprüchen an Unterhaltungsliteratur. Aber wie überall ist es auch hier nur eine Frage der Zeit, bis sich die Spreu vom Weizen trennt.

Claudia Rossbacher mit ihrem neuen Roman "Steirerquell". Foto © KK

Und allgemein: Was macht den perfekten Krimi aus?

Der perfekte Krimi lässt den Leser bis zum Schluss mitfiebern. Er überzeugt mit authentischen, glaubwürdigen Figuren, zahlreichen Wendungen und einem möglichst unerwarteten, dennoch plausiblen Ende.

Sie waren auch eng in die Ausrichtung der Criminale im Vorjahr involviert. Wie lautet ihr Resümee des Krimifestivals?

Es braucht möglichst regelmäßig solche großen Veranstaltungen, um breite Aufmerksamkeit für die Kriminalliteratur und deren Autor_innen zu schaffen und Interesse beim potenziellen Publikum zu wecken. Nach meiner Einschätzung hat die Criminale dem deutschsprachigen Krimi einige neue Leser_innen beschert und die Lesungskultur wieder ein Stück weit verbessert. Vor allem in Graz sind heute deutlich mehr Krimifans bei Lesungen anzutreffen, als in den Zeiten vor Finecrime und Criminale.

 

Reinhard Kleindl

Wie steht es aus Ihrer Sicht um die heimische Krimi-Landschaft?

Sehr gut sieht es aus! Krimi ist im Aufwind. Die letztjährige Criminale in Graz war ein vorläufiger Höhepunkt. Ich nehme wahr, dass österreichische Spannungsliteratur auch über die Grenzen hinaus geschätzt wird. Super Möglichkeiten für uns Autorinnen und Autoren!

Allgemein gesprochen: Was macht den perfekten Krimi aus?

Das ist etwas sehr Persönliches. Ich kann nur für mich sprechen: Ich mag Thriller-Elemente. Der perfekte Krimi muss etwas Unheimliches haben, für Gänsehaut sorgen. Das lese ich und das schreibe ich. Und natürlich muss er sauspannend sein, eh klar!

Welche Vorteile haben (Krimi-)Festivals für Autoren und Autorinnen?

Ich mag solche Krimifestivals, weil ich dort den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen und zum Publikum bekomme. Diesen Austausch genieße ich sehr.

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