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INTERVIEW

Hochzeit mit der Romanfigur

Einen "einfachen" Debütroman wollte Andreas Unterweger schreiben. Was folgte, war keine einfache, aber eine imposante Erfolgsgeschichte.

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In Ihrem ersten Roman "Wie im Siebenten" ist oft vom einfachen privaten Glück die Rede. Deckt sich das mit Ihren derzeitigen Emotionen?
ANDREAS UNTERWEGER: Ja, eigentlich schon. Ich erlebe momentan tatsächlich ein Happy-End.

Sie meinen damit die Beziehungsgeschichte im Buch, deren Schluss ja offen bleibt?
UNTERWEGER: Ja, ich habe die Hauptperson, Judith, mittlerweile tatsächlich geheiratet.

Irgendwie passt das optimal zum ständigen Wechselspiel in Ihrem Roman. Auch darin verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit permanent. Also sind die autobiographischen Bezüge sehr ausgeprägt?
UNTERWEGER: Es gibt tatsächlich viele Querverbindungen, wenngleich sich beim Schreiben einiges verändert. Als Literat spielt man mit Personen und Dingen, nimmt sich Freiheiten, lässt einiges verschwimmen - aber das ist ja das Wesen der Dichtung.

Gibt es Autoren, die Sie besonders geprägt haben?
UNTERWEGER: Da müsste ich jetzt weit ausholen. Aber speziell für diesen Roman war es, das mag überraschend klingen, vor allem Hemingway mit seinem Erinnerungsbuch "Paris, ein Fest fürs Leben". Da hat mich die sprachliche Intensität sehr beeindruckt.

Als neuer Hemingway werden Sie angesichts Ihrer stilistischen Akrobatik wohl nicht Ihren Weg machen. Aber Sie haben sich auch intensiv mit Wolfgang Bauer beschäftigt?
UNTERWEGER: Ja, weil mich seine Sicht der Dinge sehr beeindruckt hat, auch sein Respekt vor der Sprache, er war ja eigentlich fast ein romantischer Poet. Und auch sein Bekenntnis zur Happy-Art hat mich sehr fasziniert.

Sie sind auch ein versierter und leidenschaftlicher Musiker. Im Buch taucht unter anderem die ironische Feststellung auf, dass das Leben ein Wunschkonzert sei. Welche konzertante Rolle würden Sie gern spielen?UNTERWEGER: Ich würde am liebsten alle Songs komponieren, die Leadgitarre spielen und der Leadsänger sein. Aber das alles wird im Leben ja nie gespielt.

Ihr Buch stieß auf großes Echo, nun gab es eine weitere Würdigung: Am Donnerstag wurden Sie - neben Robert Prosser und Valerie Katrin Fritsch - beim Literaturwettbewerb der Akademie Graz ausgezeichnet, mit dem mit 3700 Euro dotierten Hauptpreis für den Kurzprosa-Text "Don Juan".
UNTERWEGER: Ja. Und das ist eine große Ehre. Weil der Wettbewerb völlig anonym ablief. Das erhöht die Spannung und auch die Freude, wenn man gewinnt.

Ihre nächsten Projekte? Wieder so einfach kompliziert?
UNTERWEGER: Ich arbeite an einem neuen Roman, gleichzeitig auch an einem Erzähl- und Lyrikband. Es hat sich also einiges angesammelt im Kopf.

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