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BUCHKRITIK

Der Akrobat, der mit Geschichten frech jongliert

Andreas Unterwegers bravouröses Debüt.

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Eigentlich betreibt Andreas Unterweger in seinem Debütroman "Wie im Siebenten" ein traditionsreiches literarisches Spiel mit hoher Absturzgefahr. Ein junger Autor erzählt von den Wonnen und Mühen, einen Erstling zu Papier zu bringen. Aber schon nach wenigen Seiten ist klar, dass hier ein poetischer Akrobat am Werk ist, der mit Geschichten und Personen frech, gekonnt und auch sehr hinterlistig jongliert und keine Probleme damit hat, dass nicht wenige dieser Geschichten zu Boden purzeln. Weil es weitaus mehr Absicht als Zufall ist.

Das Buch ist eine bravouröse Collage. Unterwegers Alter Ego erzählt vom jungen Liebesglück in Wien, also von den scheinbar einfachsten und schönsten Dingen, die aber auch höchst kompliziert werden, weil es einen ständigen Kampf mit den Geschichten, Assoziationen und Bildern im Kopf des Erzählers gibt. Erinnerungen, Fragmente aus Filmen, frei erfundene Autoren drängen sich ebenso ins Geschehen wie Borges, Bob Dylan, die Bright Eyes, Tschechow oder Scott Fitzgerald.

Wenig verwunderlich ist es da, dass ein Satz wie ein Refrain ständig wiederkehrt: "Aber in Wirklichkeit war das alles natürlich nicht ganz so einfach." Weil jeder Satz überraschend ist, ist auch kein Schritt der Geschichte vorhersehbar. Dass aber fast jeder Satz auch ein Glückstreffer ist, erhöht das ohnehin große Lesevergnügen noch erheblich.

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