Bachmann-PreisDas Fest für die Literatur startet heute: 13 Kameras sind im Studio im Einsatz

Der technische Aufwand für das Wettlesen, das wieder ohne Publikum stattfindet, bleibt groß. Zur Eröffnung hält Hubert Winkels die "Klagenfurter Rede zur Literaturkritik".

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Klaus Wachschuetz Technischer Leiter ORF Kaernten
Klaus Wachschütz führt auch heuer wieder Regie © Weichselbraun
 

"Wir sind näher ans Publikum herangekommen“, sagt Klaus Wachschütz. Er ist nicht nur der technische Leiter von ORF Kärnten und Steiermark, sondern sorgt auch seit dem Jahr 2010 als Regisseur dafür, dass via 3sat spannende Bilder des Wettlesens in die Haushalte kommen. Die digitale Variante des Wettlesens im Vorjahr war eine große Herausforderung, aber auch eine Chance: „Wir haben viel gelernt, vor allem haben wir es geschafft, die Unmittelbarkeit in den Diskussionen noch besser einzufangen. Das wollen wir erhalten und wieder mit Elementen aus dem Vorjahr wie Bildteilern/Split Screens oder mehrdimensionalen Aufnahmen über Monitore arbeiten.“

Die Jurorinnen und Juroren reisen im Gegensatz zum Vorjahr an, der Aufwand bleibt groß: „Jeder Juror bekommt eine eigene kleine Kamera, damit wir die Diskussionen noch besser abbilden können“, erzählt Wachschütz. Im ORF-Studio in der Sponheimerstraße werden deshalb auch 13 Kameras im Einsatz sein. Die Lesungen der Autorinnen und Autoren, darunter auch fünf aus Österreich, wurden vorweg aufgezeichnet. Sie werden jeweils bei den Jurydiskussionen zum eigenen Text zugeschaltet und könnten auch Stellung beziehen.

+

Bachmann-Preis: Die Preisträger seit 2000

Der Bachmannpreis 2021 ging an die in Teheran geborene und in Graz lebende Autorin Nava Ebrahimi für ihren Text "Der Cousin".

APA/ORF/JOHANNES PUCH

Die Deutsche Helga Schubert gewann 2020 die coronabedingte digitale Ausgabe des Bachmann-Preises - sie war da 80 Jahre alt. Die Autorin war zuvor bereits als Jurorin beim Wettlesen mit dabei. Ein Interview mit ihr lesen Sie hier.

ORF

Der Bachmann-Preis 2019 geht an die Salzburgerin Birgit Birnbacher. Die Soziologin erzählte in ihrem Text von einer im Prekariat lebenden Sozialforscherin.

Weichselbraun

Der Bachmannpreis 2018 ging an die in Wien lebende Ukrainerin Tanja Maljartschuk (geboren 1983) für ihren Text "Frösche im Meer".

(c) ORF (Puch Johannes)

Der bislang letzte österreichische Sieger: Ferinand Schmalz gewann den Bachmann-Preis 2017 für seinen Text "mein lieblingstier heißt winter"

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Sharon Dodua Otoo (* 1972 in London) ist eine britische Schriftstellerin, Publizistin und Aktivistin. Im Jahr 2016 wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Nora-Eugenie Gomringer (* 26. Januar 1980 in Neunkirchen/Saar) ist eine schweizerisch-deutsche Lyrikerin, Rezitatorin und Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2015 für den Text "Recherche". Sie lebt in Bamberg, wo sie seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia als Direktorin leitet.

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Tex Rubinowitz (* 5. Dezember 1961 in Hannover; eigentlich Dirk Wesenberg) gewann den Bachmann-Preis 2014 mit dem Text "Wir waren niemals hier". Der Deutsche ist Zeichner, Maler, Cartoonist, Reisejournalist und Schriftsteller. Er lebt seit 1984 in Wien.

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Katja Petrowskaja (geboren 3. Februar 1970 in Kiew, Ukrainische SSR) ist eine ukrainisch-deutsche Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Journalistin. Im Jahr 2013 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis mit dem Text "Vielleicht Esther". Sie lebt in Berlin.

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Bachmannpreis 2012: Olga Martynova (* 26. Februar 1962 in Dudinka, Region Krasnojarsk, Russische SFSR, Sowjetunion) ist eine russische Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin. 

(c) dapd (Gert Eggenberger)

Maja Haderlap (* 8. März 1961 in Bad Eisenkappel/Železna Kapla, Kärnten) ist eine österreichische Schriftstellerin. Im Jahr 2011 gewann die Kärntner Slowenin den Ingeborg-Bachmann-Preis mit ihrem Text "Im Kessel".

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Peter Wawerzinek (Geburtsname Peter Runkel, * 28. September 1954 in Rostock) wurde 2010 für "Rabenliebe" mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet. Es war bereits das zweite Mal, das er am Wettlesen teilnahm.

(c) APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Bachmannpreis 2009 für den Text "Bis dass der Tod": Jens Petersen (* 20. März 1976 in Pinneberg) ist ein deutscher Schriftsteller und Arzt.

(c) AP (Gert Eggenberger)

Tilman Rammstedt (* 2. Mai 1975 in Bielefeld) ist ein deutscher Schriftsteller und Musiker. 2008 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen Text "Der Kaiser von China". 

(c) AP (Gert Eggenberger)

Bachmann-Preis 2007: Lutz Seiler (* 8. Juni 1963 in Gera) trat zunächst vor allem als Lyriker hervor. Für seinen Debütroman Kruso wurde er 2014 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

(c) AP (Gert Eggenberger)

Kathrin Passig (* 4. Juni 1970 in Deggendorf) ist Journalistin und Schriftstellerin. Im Jahr 2006 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis mit dem extra für den Bewerb geschriebenen Text "Sie befinden sich hier". 

APA/Eggenberger

Thomas Lang (* 19. März 1967 in Nümbrecht, NRW) ist ein deutscher Schriftsteller. Lang studierte Literaturwissenschaft in Frankfurt am Main und schloss als M. A. ab. Er lebt als freier Autor seit 1997 in München. Den Bachmann-Preis bekam er 2005 für "Am Seil".

(c) APA (GERT EGGENBERGER)

Uwe Tellkamp (* 28. Oktober 1968 in Dresden) wurde 2004 mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet (für einen Auszug aus dem Roman "Der Schlaf in den Uhren"). Sein bekanntester Roman "Der Turm", der 2008 bei Suhrkamp erschien, handelt von den letzten sieben Jahren der DDR bis zur Wende aus Sicht des Bildungsbürgertums in einem Villenviertel Dresdens.

(c) APA (GERT EGGENBERGER)

Inka Parei (* 5. Februar 1967 in Frankfurt am Main) bekam 2003 den Bachmann-Preis für einen Auszug aus dem Roman "Was Dunkelheit war". Sie lebt in Berlin.

(c) APA (GERT EGGENBERGER)

Peter Glaser (* 30. Juni 1957 in Graz) ist ein österreichischer Schriftsteller und Journalist. Er lebt und arbeitet in Berlin.Den Bachmann-Preis 2002 bekam er für den Text "Geschichte von Nichts".

(c) APA (GERT EGGENBERGER)

Michael Lentz (* 15. Mai 1964 in Düren) ist ein deutscher Schriftsteller, Lautpoet, Literaturwissenschaftler und Musiker. Er lebt in Berlin und Leipzig. Bachmann-Preis 2001 für den Text "Muttersterben".

(c) AP (GERT EGGENBERGER)

Der erste Bachmann-Preisträger des Jahrtausends: Georg Klein (* 29. März 1953 in Augsburg) gewann 2000 mit dem Text "Auszug aus einem langen Prosatext".

(c) APA (EGGENBERGER GERT)
1/22

Im Funkhaus-Garten werden drei weitere Kameras stationiert. Von dort aus wird unter anderem die Mittagspause mit einer Art Literaturmagazin zum Bachmann-Preis gestaltet: kürzere Beiträge, Gäste, die auch per Video zugeschaltet werden, Gespräche mit Juroren oder interessante Tweets. Schon im Vorjahr wurden die sozialen Medien vermehrt eingebunden, um mit dem Publikum in Interaktion zu treten, das soll intensiviert werden: „Wir wissen, dass das eine Gratwanderung ist, denn es soll ja vor allem um die Literatur gehen, während auf Twitter mitunter auch über die Sockenwahl der Juroren diskutiert wird. Deshalb werden die Tweets redaktionell vorausgewählt“, erzählt Klaus Wachschütz, der selbst von einem Übertragungswagen aus Regie führen wird. Aus Sicherheitsgründen hat man sich wieder entschlossen, das Team wie im Vorjahr zu separieren.

Zum Bachmann-Preis

Tage der deutschsprachigen Literatur. Eröffnung 16. Juni, 18 Uhr. Hubert Winkels hält die „Klagenfurter Rede zur Literaturkritik“. Live auf bachmannpreis.orf.at
Lesungen: Do./Fr. 10 bis 15.30 Uhr und Sa. 10 bis 14.30 Uhr
Preisverleihung So. 11 bis 12 Uhr
3sat überträgt live
Insgesamt vierzehn Autorinnen und Autoren lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis. Aus Österreich mit dabei: Verena Gotthardt, Nava Ebrahimi, Fritz Krenn, Katharina Ferner und Magda Woitzuck.
Juroren: Insa Wilke, Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler, Michael Wiederstein
Kosten: Der ORF lässt sich den Bewerb rund 500.000 Euro kosten (400.000 Euro Landesstudio/100.000 Euro ORF/3sat)

Aber auch über die nächste Ausgabe – „hoffentlich wieder live!“ – macht er sich Gedanken: „Wir denken daran, den Funkhauspark noch mehr miteinzubeziehen und auch ein Programm anzubieten. Wir möchten ein Fest für die Literatur auf die Beine stellen.“

Ein umfangreiches Rahmenprogramm gibt es auch schon heuer. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!