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Bachmann-PreisträgerinTanja Maljartschuk: "Ich bin richtig geschockt"

Bachmann-Preis Verleihung Klagenfurt Juli 2018
Tanja Maljartschuk © Markus Traussnig
 

Nur wenig Zeit hatte die frisch gebackene Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk (ein Porträt lesen Sie hier) am Sonntagmittag für ein erstes Siegerinnen-Interview. Zwischen Preisverleihung und Fotocall war sie kaum in der Lage, die Situation zu realisieren, geschweige denn zu genießen.

Frau Maljartschuk, als wir einander vor dem Wettlesen in Wien trafen, haben Sie cool gesagt, Sie fahren nach Klagenfurt, um zu genießen und zu gewinnen. Jetzt ist beides eingetreten. Cool wirken Sie allerdings nicht mehr...

Tanja Maljartschuk (lacht): Sehen Sie, ich prophezeie manche Sachen. Aber in Wirklichkeit habe ich nicht damit gerechnet. Überhaupt nicht. Ich bin richtig geschockt. Ich kann kaum etwas sagen. Es ist für mich neu, in diesem Zustand zu sein: "Bachmann-Preisträgerin".

Bachmann-Preis 2018: Die Preisverleihung in Bildern

Tanja Maljartschuk gewann den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis - und war "geschockt". Tanja Maljartschuk wurde 1983 in Iwano-Frankiwsk/Ukraine geboren, sie lebt in Wien und las auf Einladung von Stefan Gmünder den Text „Frösche im Meer“.  2019 erscheint bei Kiepenheuer & Witsch der Roman „Vergessenheit“. 

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Sie ist eine von insgesamt fünf Preisträgern. Auch Bov Bjerg, Özlem Özgül Dündar (2. v. l) und Anna Stern  (r.) durften sich über Preise freuen. Der Publikumspreis geht an Raphaela Edelbauer. (2. v. r.)

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Die hohe Politik sowie ORF-Chefin Karin Bernhard gratulierten zum Bachmann-Preis.

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Die einzige Österreicherin im Bewerb, Raphaela Edelbauer, gewann den BKS-Bank-Publikumspreis. Er ist mit 7000 Euro dotiert. Raphaela Edelbauer lebt in Wien, wo sie Philosophie studierte.  Ab 2009 Veröffentlichungen in Literaturmagazinen, Anthologien sowie Lesetätigkeit und Auftritte bei Literaturfestivals. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman „Das flüssige Land“.

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Mit dem Publikumspreis verbunden ist auch die Position der Klagenfurter Stadtschreiberin, Edelbauer wird also kommendes Jahr nach Kärnten zurückkehren.

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Anna Stern bekam den 3sat-Preis (7500 Euro). Geboren wurde sie 1990, sie lebt in Zürich. Studium der Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. Seit 2018 Doktorat am Institut für Integrative Biologie. 2017 Teilnahme an der Kunstausstellung EAM Science Meets Fiction mit den Kurzgeschichten „Karte und Gebiet“ und „Quecksilberperlen“. Ihr dritter Roman „Denn du bist wild wie die Wellen des Meeres“ erscheint im Januar 2019 bei Salis.

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Kelag-Preis (10.000 Euro) für die Deutsch-Türkin Özlem Özgül Dündar, die in Leipzig und Solingen lebt. Sie studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und Anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Dündar schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte, performt mit ihren künstlerischen Kollektiven GID, Kaltsignal und Kanak Attak Leipzig. Für ihr Theaterstück „Jardin d’Istanbul“ erhielt sie den Retzhofer Dramapreis.

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Der Deutsche Bov Bjerg, vorweg so ein bisschen als Favorit gehandelt, gewann den Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro). Bov Bjerg wurde 1965 in Württemberg geboren und lebt in Berlin. Er las aus Einladung von Klaus Kastberger seinen Text „Serpentinen“, eine Vater-Sohn-Geschichte und gleichzeitig eine Road-Story. Bov Bjerg, der „Auerhaus“ im Jahr 2015 einen hochgelobten Roman vorgelegt hat, studierte Linguistik, Niederlandistik, Politik und Literatur in Berlin, Amserdam und Leipzig.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Bjerg ist Gründer der Zeitschrift Salbader und verschiedener Berliner Lesebühnen. Seine journalistischen und literarischen Beiträge erscheinen in Zeitungen und Zeitschriften, Print und Web. u.a. „Taz“, „Süddeutsche Zeitung“ etc. Klagenfurt kennt er bereits vom Literaturkurs: Da war er im Jahr 2001 zu Gast.

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Das heißt, der Titel jenes Romans, mit dem Sie hierzulande bekannt wurden, "Biografie eines zufälligen Wunders", trifft auch auf den Sieg beim Bachmann-Preis zu?

Maljartschuk: Ja, es ist ein Wunder. Ich verstehe nicht und weiß nicht, warum mich diese Welt so liebt. Das ist eine große Verantwortung. Vielleicht muss ich noch etwas Wichtiges in meinem Leben machen.

Wir haben Sie erlebt, wie hier mit Texten umgegangen wurde? Haben Sie sich verstanden gefühlt von der Jury?

Maljartschuk: Die Juroren haben den Text gelobt, nicht? Ich dachte mir: Es ist sehr gut, dass ich erst vor sieben Jahren angefangen habe, die deutsche Sprache zu lernen, denn dann verstehe ich vielleicht nicht alles, wenn sie meinen Text kritisieren. Aber sie haben ihn nicht kritisiert, soweit ich verstanden habe. Sie haben auch gesagt, dass es nicht viel zu sagen gibt über den Text. Ich glaube, das war das höchste Lob.

 

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