AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Bachmann-Preis

Anna Baar: Schreiben für die Vatersprache

Die 42-jährige Klagenfurterin mit kroatischen Wurzeln "freut sich einfach" auf das Wettlesen "Tage der deutschsprachigen Literatur" ab 1. Juli. Ihr Debütroman erscheint im August.

Für den Bachmann-Preis nominiert: die Klagenfurter Autorin Anna Bar © APA/GERT EGGENBERGER
 

Anna Baar hat immer schon gerne geschrieben. Allerdings waren die Ergebnisse die längste Zeit nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Erst vor drei Jahren wagte sie sich mit Gedichten an die Öffentlichkeit und gewann gleich den Klagenfurter Lyrikpreis. Im August erscheint nun ihr Debütroman, die Einladung zu den am 1. Juli startenden Tagen der deutschsprachigen Literatur sieht sie als Auszeichnung.

Heimlich geschrieben

"Das Schreiben war für mich lange Zeit etwas Heimliches", erklärt die zweifache Mutter und Doktorin der Philosophie im APA-Gespräch. Der Grund dafür liegt in ihrer Familiengeschichte. Baars Mutter stammt aus Dalmatien, ihr Vater ist Österreicher. Die Sommerferien verbrachte die junge Anna jedes Jahr bei ihrer kroatischen Großmutter auf der Insel Brac. Baar: "Das Schreiben war in diesen Monaten die einzige Möglichkeit für mich, meine Vatersprache beizubehalten." Denn in Gegenwart ihrer durch den Zweiten Weltkrieg geprägten Großmutter durfte sie nicht deutsch sprechen, die Sprache des Feindes.

Um über den Sommer das Deutsch nicht zu verlernen, schrieb Anna Baar lange Briefe, erst an die Eltern, später auch an Freundinnen. "Da aber auf der Insel ja nicht viel passiert ist, habe ich immer wieder auch Dinge aus meiner Fantasie geschrieben." Ihre deutschsprachigen Blätter musste sie vor der Großmutter verstecken. Das prägte, auch später schrieb sie immer wieder Texte, um sie danach wieder zu zerstören. "Das hat erst aufgehört, als ich meinen ersten Laptop hatte, da habe ich meine Texte dann doch gespeichert und nicht mehr vernichtet."

Inzwischen verlegt der Wallstein-Verlag ihren Roman "Die Farbe des Granatapfels", der im August erscheint. Einer der neuen Juroren des Wettbewerbs, Stefan Gmünder, schlug Baar für die Tage der deutschsprachigen Literatur vor.

 

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren