Strömender Regen, bunte Regenponchos, so weit das Auge reicht und der Mann, für den trotz des Wetters so viele Menschen gekommen sind, dass die Arena in Verona fast vollständig ausgefüllt war: Die Rede ist von Zucchero, der im vergangenen Jahr ein neues Album ("Discover") herausgebracht hat und dieses nun 14 Mal in der Stadt von Romeo und Julia – gemeinsam mit altbekannten Liedern – zum Besten gibt, bevor er von Ende Mai bis Anfang Juli für insgesamt sechs Konzerte nach Österreich kommt.

Die Lieder der neuen Scheibe sind nicht neu im eigentlichen Sinne, das Album nämlich ist eine Ansammlung bekannter Lieder internationaler Sänger, die Zucchero selbst über die Jahre zu schätzen gelernt hat. Einige seiner liebsten Lieder aber wollte der Italiener nicht in seiner Interpretation singen: "Es war nicht einfach, eine Auswahl zu treffen, weil ich einige auslassen musste. Man muss oftmals einsehen, dass es Stücke gibt, bei denen es unmöglich ist, sie besser zu machen." Aus diesem Grund also nahm er etwa "A Whiter Shade of Pale" von Procol Harum nicht mit auf.

Mit der Auswahl, die im Endeffekt übrig geblieben ist, ist er selbst zufrieden. Die Kleine Zeitung war am Donnerstag in Verona vor Ort beim Konzert, um vorzufühlen, wie die Stimmung nach zwei Jahren coronabedingter Pause im Publikum ist, wie der in der Toskana lebende Cantautore die Songs interpretiert und was die Fans auch bei seiner "World Wild Tour 2022" in Österreich erwartet.

Was wäre ein Zucchero-Konzert ohne "Baila Morena"?

Mit "Facile" gab er ein Duett mit seiner ganz und gar nicht im Hintergrund stehenden Backgroundsängerin Oma Jali. Die stimmgewaltige Bluessängerin überraschte aber nicht nur bei dieser Nummer mit einer immensen Kraft in der Stimme. Die wunderbar melodische Interpretation von Coldplays "The Scientist" brachte viele zum Schunkeln und spätestens bei "Baila Morena" blieb niemand mehr ruhig sitzen: Es wurde getanzt, mitgesungen und applaudiert. Man könnte ein Zucchero-Konzert in Verona quasi als Heimspiel ansehen, da er so viele Auftritte dort hat. Doch ist es immer noch etwas anderes, die Fans bei solchen Wetterbedingungen fast schon vergessen zu lassen, dass sie triefend nass sind. Kurz bleibt zu sagen: Eine gute Mischung an Liedern, ein starker Zucchero und Italo-Stimmung pur.

"Si vive una volta sola, also: 'Man lebt nur einmal'", sagte der 66-Jährige an die Besucherinnen und Besucher gerichtet, "und dieses eine Mal muss man in vollen Zügen auskosten. Es schüttet und doch seid ihr hier. Es ist schön, vor euch heute zu singen, nachdem ihr zwei Jahre darauf gewartet habt, dass ich wieder auf der Bühne stehe. Und auch wir konnten es kaum erwarten."