Sie spielen Michael Jacobi, einen rechtschaffenen Mann und Richter, der sich zum Schutz seines Sohnes immer tiefer ins Kriminelle verstrickt: Was war der Grund, dass Sie sich für diese Rolle entschieden haben?
Sebastian Koch: Ich fand die Grundprämisse der Geschichte wahnsinnig spannend. Dieser mit allen Werten der Gesellschaft ausgestattete Richter begibt sich aus Liebe und Sorge um seinen Sohn auf Abwege. Ausgerechnet jemand, der die Instanz von Ordnung, Recht und Demokratie verkörpert, kommt in so eine Situation. Als er von der Unfallflucht seines Sohnes erfährt, reagiert der Richter intuitiv und lügt. Er bringt den Sohn damit zwar vorerst aus der Schusslinie, begibt sich dadurch aber in ein Labyrinth, aus dem es keinen Ausweg gibt. Er muss seine Werte nach und nach verraten und verkaufen. Er hintergeht seine Freunde, benutzt sein berufliches Umfeld und gerät immer tiefer hinein. Das alles empfand ich als grandiose Metapher auf unsere Zeit.