Protest im NetzProminente Autoren werfen Kogler "Unterwerfung" vor

Prominente Persönlichkeiten wie Elfriede Jelinek, Michael Köhlmeier und Robert Menasse kritisieren in einem Facebook-Posting Vizekanzler Werner Kogler.

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Bevor am Dienstag vom Stiftungsrat entschieden wurde, wer künftig den ORF führen wird, erboste sich eine Reihe prominenter Künstler über den türkis-grünen Deal, der hinter der Bestellung des Generaldirektorats stehen soll. Autor Robert Menasse ("Die Hauptstadt") veröffentliche auf Facebook ein Posting mit folgendem Text: "Jetzt auch noch der öffentlich rechtliche Rundfunk! LIEBER WERNER KOGLER! UNTERWERFUNG IST HÄSSLICH!" Darunter werden die Namen von Monika Helfer, Elfriede Jelinek, Michael Köhlmeier, Robert Menasse, Doron Rabinovici und Robert Schindel angeführt.

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Auch die Autorin Julya Rabinowich kritisierte die ORF-Wahl scharf.

Kritik aus der Politik

Schon im Vorfeld der Bestellung des neuen Generaldirektors hat FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker die ÖVP scharf kritisiert. "Die Türkisen kapern den ORF und nehmen ihn für sich in Anspruch", sagte er am Rande einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des blauen Fraktionsberichts zum Ibiza-U-Ausschuss: "Wir werden nicht müde, vor dem tiefen Staat zu warnen, den sich die ÖVP zurecht zimmert."

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) wiederum stellt das gesetzlich vorgesehene Anhörungsrecht der Bundesländer bei der Bestellung der ORF-Landesdirektoren zur Debatte. Wie er in einem am Dienstag erschienenen Interview mit den "Salzburger Nachrichten" sagte, könne man - im Gegensatz zur Mitbestimmung bei anderen Führungspositionen - durchaus darüber diskutieren, "ob so eine gesetzliche Regelung überhaupt noch erforderlich und in unserer Zeit opportun ist".

Allerdings, so räumte Haslauer ein, sei es nicht ganz egal, was ein Landeshauptmann zum Besetzungsvorschlag für das Landesstudio Salzburg durch den neuen Generaldirektor oder die neue Generaldirektorin sage. Er werde ihn nicht einfach durchwinken. Rein formal habe er allerdings keine Möglichkeit, eine Bestellung zu verhindern. Auf keinen Fall werde es parteipolitische Überlegungen geben. Werde eine Persönlichkeit vorgeschlagen, "gegen die es fachlich keine Einwände gibt, dann werde ich mich auch nicht dagegen aussprechen".

 

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