Streit in MörbischIntendant Edelmann attackiert Alfons Haider und Doskozil

Der Mörbisch-Direktor Peter Edelmann geht mit der burgenländischen Kulturpolitik hart ins Gericht, man würde die Seefestspiele nachhaltig beschädigen: "Die Brandmark 'Operette Mörbisch' ist tot." Die Erhaltergesellschaft reagierte auf die Kritik ebenso harsch.

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PROGRAMMPRAeSENTATION SEEFESTSPIELE MOeRBISCH 'WEST SIDE STORY': DOSKOZIL/EDELMANN
Schwere atmosphärische Störungen: Peter Edelmann, Hans-Peter Doskozil © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Der Streit um die Führung der Seefestspiele von Mörbisch geht in die nächste Runde: Nachdem sich der noch amtierende künstlerische Direktor Peter Edelmann und der Ende 2020 bestellte Generalintendant Alfons Haider bei der Eröffnung am 8. Juli ein Wortgefecht geliefert hatten, legt Edelmann nun im aktuellen "Presse"-Interview nach - unter anderem in Richtung des burgenländischen Landeshauptmanns Hans-Peter Doskozil (SPÖ), der auch für die Kulturagenden verantwortlich zeichnet.

"Die Vorgehensweise punkto Mörbisch zeigt genug, wie befähigt einer ist, die Kulturagenden zu bestimmen", so Edelmann. Der konkrete Konflikt dreht sich darum, dass Edelmann 2022 "Die lustige Witwe" von Franz Lehar auf die Seebühne bringen wollte, während Haider bei der heurigen Premiere der "West Side Story" für nächstes Jahr das Musical "The King and I" als neue Produktion avisiert hatte. "Es ist doch meine Kompetenz, das Stück zu bestimmen. Und ich hatte vom Eigentümer das Jawort für 'Die lustige Witwe' und dafür bereits viel Arbeit investiert", unterstreicht Edelmann. Die Verträge für "Die lustige Witwe" kommendes Jahr seien jedenfalls bereits unterschrieben, wobei er eine Vermutung hat, wer etwaige Ausfallskosten tragen muss: "Ich nehme an, das wird aus öffentlichem Geld bezahlt, also vom Steuerzahler."

Eine vorzeitige Vertragsauflösung komme für ihn jedenfalls nicht infrage: "Für mich ist nur sehr wichtig, meinen Vertrag bis August 2022 zu erfüllen." Und sein Vertrag besage eindeutig, dass er dem Generalintendanten nicht unterstellt sei und diesem auch nicht Rede und Antwort stehen müsse. Aber, so Edelmann resignierend: "Er hat die Politik hinter sich, und alle PR-Maßnahmen sind auf ihn zugeschnitten. Worüber sollten wir dann noch reden..." Sein Fazit sei jedenfalls eindeutig: "Die Brandmark 'Operette Mörbisch' ist tot."

Die Kultur-Betriebe Burgenland GmbH (KBB) verwiesen in einer Aussendung am Dienstagnachmittag hingegen auf den großen Erfolg der diesjährigen Produktion. Auch hieß es, dass die Ausschreibung und Bestellung des neuen Generalintendanten korrekt und fair abgelaufen seien. Die vertraglichen Rahmenbedingungen seien klar abgesteckt und würden vereinbarungsgemäß eingehalten: "Alle anderen Behauptungen in diesem Zusammenhang sind falsch und werden entschieden zurückgewiesen." Es sei nachvollziehbar, dass die Bestellung des Generalintendanten "zu einer persönlichen Kränkung" geführt habe, die man bedauere. Diese Diskussion sei aber "ausschließlich intern weiter zu führen".

Weiters hieß es seitens der KBB, man freue sich, dass Haider die Neuausrichtung der Seefestspiele bereits in Angriff genommen habe. Er werde neues Publikum begeistern, ohne das Stammpublikum von Mörbisch vor den Kopf zu stoßen. Der Erfolg der "West Side Story" zeige, dass der Weg, vermehrt Musicals aufzuführen, der richtige sei. Aus diesem Grund habe man sich auch entschieden, 2022 "The King and I" zu präsentieren.

Kommentare (27)
Felicia
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Mörbisch

Da wurde schnell mal ein Posten für den Haider geschaffen der die Politik auf seiner Seite hat. Ich fand den Doskozil einmal gut, aber das ist nun endgültig vorbei. Und der selbstverliebte Haider ist nicht zum Aushalten. Was die Herren da mit dem Edelmann aufführen ist einfach schlimm. Mörbisch ist Operette. Kenne viele die im nächsten Jahr sicher nicht nach Mörbisch fahren werden, weil ihnen dieses Musical völlig unbekannt ist. Es war ja auch die Rede den Käfig voller Narren aufzuführen. Da können sich die beiden Herren reinsetzen und man soll sie am besten gleich darin lassen.

plolin
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Vollkommen richtig!

Selbstverliebt - mein Worte.
Haider ist der klassische Narzisst.

ronny999
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Der Doszi -

ein unfähiger Bonze a la SPÖ - siehe auch Drozda, Muchitsch ua. - kassieren und den Staat schädigen mit einer Inkompetenz wie sie selten ist.

peter499
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@ronny999

Schön, wenn man türkisblind ist und ablenken kann! oder?

ronny999
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Das der

Doszi und die Pam ein zerstrittener Haufen sind - beide wie die Hölle kassieren - der Drozda ein Imobilienvorstand mit fetter Gage im roten Bonzen-Wien ist - dafür kann Kurz nichts - oder ist hier die SPÖ Diktion anders?

SoundofThunder
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🤔

Über Bonzentum können wir reden. Gibt genügend Türkise Bonzen wie Schmid die wie die Hölle kassieren und sich gegenseitig versorgen. Aber ihr Türkises Augerl sieht das natürlich nicht 😏

lieschenmueller
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"atmosphärische Störungen"

DIE hat er drauf, der Doskozil.

cindymax1
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eine ehrliche Aussprache

einer schaut zu Boden

lieschenmueller
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zu Boden

Immer nach rechts ist noch schlimmer. In die Richtung gibt es ohnehin keinen Mangel. Wo bliebe der Unterschied?

checker43
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Man

wird im Laufe eines Gesprächs immer ein Foto schießen können, bei dem einer der beiden einmal woanders hinschaut.

cindymax1
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aha

das heißt dann , auf Augenhöhe.

mario84
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Musical ist für junge bestimmt attraktiver

ich denke die Zeit der Operette ist vorbei

fon2024
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andaman

mario 84 die Zeit der Operette ist nie vorbei genauso Musical nur der Haider soll seine Musical beim Ronnacher spielen oder sonst wo.

mulbrich
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Es geht nicht...

...darum NUR Operette zu spielen. Die gute Mischung macht es aufs. Und warum sollte die Operette tot sein? Wo genau definiert sich die Grenze zwischen Operette und Musical? Sir Andrew Lloyd Webber hat seinen Jesus Christ Superstar als "Rock Opera" bezeichnet. Ist Jesus Christ Superstar deswegen auch tot?

FRED4712
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wir 2 haben heute wohl Pech...

offensichtlich posten hier viele, deren höchstes Glück es zu sein scheint, dass man 50 jahre immer nur das Gleiche spielt.....ich bevorzuge Abwechslung.....

Lodengrün
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Wie viele

Operetten kennen Sie? Da ist so viel österreichisches Kulturgut drinnen. Ein Musical lebt von 2-3 Nummern. Zählen wir einmal die Hits die „eine Nacht in Venedig“, eine „Csardasfürstin“, ein „Zigeunerbaron“, eine „Fledermaus“ anzubieten hat. Gut inszeniert, gute Sänger die neben dem guten Singen auch den Dialog einwandfrei sprechen können und schon ist der Abend erfolgreich.

FRED4712
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da ich wegen Verwandtschaft zu einem höheren

Mitarbeiter im Stadttheater gratis reindurfte, habe ich als junger mensch sehr viele Aufführungen jeder Art gesehen.....der Grund, warum ich seither kaum eine noch einmal ansehen will.....ich verstehs beim ersten mal...wenn man weiss, wie eine Sache ausgeht, ist es nur noch halb so spannend....gilt für Krimis, Fussballspiele und eben auch jede Art von Theater ...und musikalisch bin ich eh ganz anders unterwegs

plolin
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Fred,

dann geh' ins Theater oder sonst wohin. In der Grazer Stadthalle werden laufend Musicals gebracht. Auch ich schaue sie mir gerne an.
Aber Mörbisch ist Mörbisch !!

FRED4712
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genau...jeder wie er mag,

aber ich mags halt anders.....übrigens, sieht sich hier irgendwer jedes Jahr 1x (oder sogar mehrmals) z.B. den gleichen tatort an?? wohl kaum, oder doch??

peso
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Da kassieren sie Förderungen, das es einem normal Sterblichen die Worte verschlägt, aber wehe auch nur einer widerspricht den Künstlern, dann ist immer Feuer am Dach und die ganze Welt ist schlecht

Vielleicht sollte der Hr. Direktor nur einmal auf die Zahlen schauen, damit er auch das Gefühl bekommt, was gut, weniger gut oder zum Vergessen ist

MoritzderKater
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Die Frage sei erlaubt:

aufgrund welcher besonderen Leistung, wurde Alfons Haider in die Höhen der Generalintendanz gespült?
Er war Sänger - gut - er war Tänzer und Schauspieler - auch gut - das waren schon viele vor ihm, aber wird man dadurch prädestiniert, anderen erfolgreichen Intendanten - mithilfe der Politik - die Jobs streitig zu machen?
Eine gewisse Überheblichkeit in seiner Ausdrucksweise, macht in nicht extra sympathisch.
Schade um Mörbisch, es war eine Bühne, die nicht um jeden Preis dem Trend der Erneuerungen gefolgt ist und Tausende Gäste angezogen hat.

plolin
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Moritz

Das ist reines Politikum. Haider hat ein Alter, wo er schon längst in Pension gehen könnte. Warum tut er uns nicht den Gefallen, dieser "achGottbinichschön" ?

FRED4712
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naja, eeeewig die selben

alten Schinken zu spielen ist aber auch nicht sonderrlich kreativ....

FRED4712
7
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oha...

hätte nicht gedacht, dass so viele sich nur den Inhalt einer Operette und die Musik dazu merken können...Leute, öfter mal was Neues ist auch ganz nett

plolin
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Fred,

und was ist dann mit St. Margarethen, Bregenz, Verona? Auch da wiederholen sich die Opern ständig.
Und stell dir vor, in Salzburg wird jedes Jahr der Jedermann gespielt! Oh Gott, wie langweilig?.
Also, was sagst du dazu? Oder sollte man diese Spielestätten auch in Musicalbühnen verwandeln?

FRED4712
3
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richtig,

aber jetzt ist es so, dass ich mir Einiges, aber nicht alles was du erwähnst, mir 1x ansehe und dann ist gut....gibt 1000 andere Veranstaltungen, die sich lohnen, dass man sie ansieht.....gerade jedermann.....wirklich jedes jahr der gleiche Inhalt, zum Teil mit anderen Schauspielern und Klamotten......wenn das nicht öde ist....
noch etwas.....wegen mir muss man gornix, ich überlebe das locker.....

 
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