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Instagram Live zu Hass im Netz"Je größer dein Account wird desto schlimmer wird es"

Die Influencer Lisa-Marie Ulz und Roman alias brumanrockner erzählen über ihre Erfahrungen mit Hass im Netz und die Antidiskriminierungsstelle Steiermark gibt Tipps zum Umgang für Betroffene.

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Lisa-Marie Ulz

Lisa-Marie Ulz ist eine steirische Influencerin, die über ihr Leben, Mentale Gesundheit und Spiritualität ihre über 27 Tausend Follower auf Instagram unterhält.

Brumanrockner

Der wiener Influencer Roman alias Brumanrockner ist seit über einem Jahr auf TikTok (fast 90 Tausend Follower) aktiv. Er setzt sich gegen Homophobie ein und wird deswegen auch oft angegriffen.

Antidiskriminierungsstelle

Mag.ª Jennifer Erber arbeitet für die Antidiskriminierungsstelle Steiermark. Betroffene von Hass, Diskriminierung, Bedrohungen oder ähnlichem können sich per Telefon 0316 714-137, per Mail buero@antidiskriminierungsstelle.at oder über Instagram @banhate an sie wenden. 

https://www.antidiskriminierungsstelle.steiermark.at/

Noch nie war die Hemmschwelle so niedrig und der Drang so groß seinem Ärger öffentlich im Netz Luft zu machen. Corona hat das gefördert, denn wir saßen alle zu Hause, wussten nicht wohin die Reise geht und hielten gespannt nach Antworten Ausschau. So kam es, dass die Ungewissheit, Frustration und vielleicht auch die entstandene plötzliche Freizeit einen Ansturm auf den Social Media Plattformen auslöste. TikTok schaffte den Einzug im Westen und auch auf Instagram und Facebook wurde fleißig gepostet.

Die Steirerin Lisa-Marie Ulz und der Wiener Roman erzählten uns in einem Instagram-Livestream, inwiefern Influencer auf den verschieden Plattformen beschimpft und beleidigt werden und wie sie heute damit umgehen.

Lisa erzählte, dass  Menschen immer irgendetwas an einem finden werden, das ihnen nicht passt. Hatte sie ein paar Kilo mehr, folgten prompt Kommentare wie "In welchem Monat bist du schon?", "Hast du es nicht kontrollieren können?" oder "Waren die Kekse über Weihnachten zu gut?". Auch sei der Ton auf den verschiedenen Plattformen deutlich unterschiedlich. So meinte Roman, dass sich Unser auf der App TikTok noch anonymer fühlen würden und ihn mit profilbildlosen Accounts beschimpfen würden. Schon nach den ersten geposteten Videos begannen Menschen sich über Themen, wie seine sexuelle Orientierung, seinen Körper oder seinen Beziehungsstatus auszulassen. Er sagt: "Im Internet ist es sehr einfach, sich hinter einem Synonym zu verbergen und deswegen ist es so einfach, dort Hass zu versprühen."

Jennifer Erber von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark befasst sich täglich mit Menschen, die Hass im Netz ausgesetzt sind. Es sei erschreckend, welche Postings über die Banhate-App eingesendet werden und sie verstehe, wenn man sich auch einmal eine Auszeit von Social Media gönnen würde. Bei der Anlaufstelle kommt es häufit zu Fällen des Tatbestands der Verhetzung, Angriffe auf geschützte Gruppen, gegen welche zu Hass und Gewalt aufgewordert wird, Beschimpfungen oder auch Tatbestände gegen das Verbotsgesetz, wo NS-Verbrechen verharmlost werden oder Adolf Hitler gut geheißen wird. "Es ist wichtig, dass man dagegen vorgeht, denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum," sagt die Expertin. Ihr Tipp: Alles von Anfang an dokumentieren! Auch die Kommentare zu löschen und die Verfasser zu blockieren, kann helfen. Man sollte sich mit Freunden und Familie austauschen, damit man weiß, dass man nicht alleine ist.

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