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Kritik Theater an der Wien"Saul": Ein Amoklauf in Zeitlupe

Ein Oratorium als Oper? Wie packend und abgründig das sein kann, zeigen Claus Guth und Christopher Moulds mit dem Freiburger Barockorchester und einem famosen Sängerensemble am Beispiel von "Saul" von Georg Friedrich Händel. Ein Beweis für die zeitlose Lebenskraft von Musiktheater.

Saul und David, alias Florian Bösch und Jake Arditti
© ORF
 

Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut, und König Saul ist ein Beleg für diese These. Händel hat die grauenhafte Geschichte des Maßlosen, der sich langsam in mörderischen und selbstmörderischen Hass hineinsteigert, im Jahre 1739 komponiert, als Oratorium. Regisseur Claus Guth, der Spezialist für feine Seelendramen aus allen Epochen, hat daraus eine Oper gebaut. Er muss dem packenden Stück, das ohne Erzähler auskommt, keine Gewalt antun, im Gegenteil: Guth führt Händel zu seinen Ursprünge als Opernkomponist zurück.

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