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Eurovision Song ContestDemonstrationen gegen Zyperns Beitrag "El Diablo"

Religiöse Gegner des zypriotischen ESC-Songs "El Diablo" demonstrieren in der Hauptstadt Nikosia vor der Zentrale des Staatssenders RIK. Für die Popnummer von Sängerin Elena Tsagrinou freilich eine Riesen-Werbung.

Die in Griechenland und Zypern erfolgreiche Sängerin Elena Tsagrinou, geboren 1994 in Athen © EBU
 

Teuflische Vorwehen des ESC 2021: Die Demonstranten hielten Transparente mit Aufschriften wie "Zypern liebt Christus" in die Höhe. Ein Demonstrant mit einem großen Kreuz in der Hand versuchte, über das abgesperrte Tor des Senders zu klettern. Die Polizei war präsent, musste jedoch nicht eingreifen, wie die Zeitung "Cyprus Times" berichtete. Das Lied "El Diablo", komponiert von einem internationalen Team ( Jimmy Thornfeld, Laurell Barker, Oxa und Thomas Stengaard), sorgt in Zypern für Aufregung, seit vor einer Woche eine anonyme telefonische Drohung einging, bei der es hieß, der Staatssender werde deswegen angezündet. Eine Online-Petition gegen den Song erzielte in der Folge fast 19.000 Unterschriften. 

Der TV-Sender hält freilich an "El Diablo" fest und verteidigt sich: Es gehe in dem Lied nicht etwa um die Huldigung des Teufels, sondern darum, dass eine Frau versuche, sich von einem schlechten, bösen Mann zu trennen. Da griff die zypriotische Kirche ein und wandte sich direkt an die Regierung mit der Forderung, den Song zurückzuziehen. Das Land mache sich mit dem Lied weltweit lächerlich, indem es erkläre, sich dem Teufel zu ergeben, hieß es in einer Mitteilung der Synode. Auch die Regierung reagierte: Es handle sich um einen Fall der Freiheit in der Kunst, um einen musikalischen Wettbewerb, dem man nicht unnötige Dimensionen geben solle, sagte ein Sprecher.

Während alle sich streiten, darf sich die Interpretin auf Grund der aufgebrachten Debatte über stark erhöhte Popularität freuen. "Wir haben in nur wenigen Tagen eine Million Youtube-Views erreicht!", jubelte die griechische Sängerin Elena Tsagrinou am Wochenende auf Twitter. Dem Nachrichtensender CNN ließ sie mitteilen, sie und ihr Team blieben ihrem Ziel verpflichtet, Zypern beim ESC würdig zu vertreten. Ihre Live-Show wird übrigens vom Österreicher Marvin Dietmann als Artistic Director betreut.

Österreichs Hoffnung beim ESC, der von 18. bis 22. Mai in Rotterdam ausgetragen wird, ist Vincent Bueno mit "Amen". Auch ihn wird Dietmann im Auftrag des ORF inszenieren. Hier ist das Video von "El Diablo":

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