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"Wir sind schon da"185 Stars aus Film und Theater outen sich

Im "SZ Magazin" haben sich am Freitag 185 SchauspielerInnen als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans geoutet. Es ist ein Manifest, in dem die Stars um Anerkennung und Gleichberechtigung ringen. #actout stellt sich gegen die Anfeindung in Branche und Gesellschaft.

Mavie Hörbiger hat das Manifest unterzeichnet
Mavie Hörbiger hat das Manifest unterzeichnet © APA/Barbara Gindl
 

"Wir sind schon da" heißt es auf dem Titel des am Freitag erschienen SZ-Magazines. 185 SchauspielerInnen bezeichnen sich darin als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans. Sie fordern in der Bewegung #actout mehr Respekt in einer Welt, die viel unterschiedlicher ist als der Mainstream erlaubt.

"Ich solle im Tatort nicht zu viele Karo-Hemden tragen", sagt die TV-Kommissarin Karin Hanczewski im Interview dem "SZ Magazin". Warum? Das würde dem homophoben Klischee einer lesbischen Frau entsprechen, so Eva Meckbach. Auch Mehmet Atesci, ein Mitglied des Wiener Burgtheaters und Schauspieler am Berliner Gorki-Theater, kommt in dem Artikel zu Wort: "Ich hatte sogar mal eine längere Affäre mit einem heute sehr bekannten Schauspieler, der immer im Moment, wo eine dritte Person dazukam, die auch eine Öffentlichkeit hat, anfing, mit einer Frau zu flirten oder begehrend über Frauen zu reden, damit man bloß nicht gesehen wird oder in die Richtung rutscht."

Der Rat der Branche ist oft, dass man sich nicht outet - um im Beruf keine Nachteile zu haben. Markus Ulrich, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD), sagt, dass man homosexuellen DarstellerInnen oft nicht zutraut, heterosexuelle Rollen zu spielen. Sehr oft ist es im Film der Fall, wo homosexuelle Männer oft von offen homosexuellen Schauspielern gespielt werden.

Der Druck in der Branche ist groß: AgentInnen würden auch queeren Menschen raten, sich nicht zu outen. Warum? Aus Angst keine Hetero-Rollen zu bekommen. "Wir sind Schauspieler*innen. Wir müssen nicht sein, was wir spielen. Wir spielen, als wären wir es - das ist unser Beruf", heißt es in dem Manifest. Schauspieler André Eisermann ("Kaspar Hauser") sagte in einem Interview gegenüber der DPA, dass Teile der Gesellschaft es noch immer nicht aushalten würden, wenn Menschen offen zu ihrer Homosexualität stehen: "Solange es solche Menschen gibt - leider auch in den 'Fachkreisen' -, wird es nicht gleichgültig sein, ob jemand schwul oder lesbisch ist." Ebenfalls geoutet haben sich Ulrich Matthes, Mavie Hörbiger oder Godehard Giese.

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