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InterviewJane Birkin: „Die Liebe ist ein Delirium“

Mehr Ikone geht nicht: Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin ist seit über 50 Jahren eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Showgeschäfts. Zum ersten Mal seit 2008 hat sie wieder ein Album mit eigenen Liedern aufgenommen – auch, um einen Schicksalsschlag zu verarbeiten.

Jane Birkin
Jane Birkin © (c) AFP (ANGELA WEISS)
 

Vor sieben Jahren starb ihre älteste Tochter Kate Berry bei einem Sturz aus dem Fenster. Lange verstummte Jane Birkin nach dem Schicksalsschlag. Ermuntert von ihrem Kollegen Étienne Daho, hat sie zum ersten Mal seit 2008 wieder ein Album mit eigenen Liedern aufgenommen. „Oh! Pardon Tu Dormais …“ heißt es, klingt überwiegend eher melancholisch, bisweilen aber auch erfrischend ruppig und textlich von schonungsloser Intimität.

Trauer spielt auch in Ihren neuen Liedern eine wichtige Rolle. Auf Ihrem Album „Oh! Pardon Tu Dormais“ sprechen Sie zum ersten Mal über den Tod Ihrer Tochter Kate, die 2013 einen Sturz aus dem Fenster nicht überlebte. Fiel es Ihnen schwer, diese Worte aufzuschreiben und zu singen, oder war das sogar eine Erleichterung?
Jane Birkin: Es fiel mir nicht schwer. Aber es brachte mir auch keine Katharsis. Die wird nicht kommen. Kates Tod ist ein Schmerz, der mich immer begleiten wird. Der geht nicht mehr weg. Ich schrieb die Worte, die ich jetzt etwa in „Cigarettes“ singe und die teilweise sehr harsch sind, schon vor Jahren in mein Tagebuch. Ich führe ja Tagebuch, seit ich denken kann, in Großbritannien haben wir jetzt den ersten Teil unter dem Titel „Munkey Diaries“ veröffentlicht.

Ihr letztes Album war 2017 eine symphonische Neubearbeitung der Lieder, die Serge Gainsbourg für Sie schrieb.
Jane Birkin:Ja, das war eine sehr schöne Erfahrung. Serge hat mich immer aufgemuntert und ermutigt, meine eigene Stimme zu finden. Natürlich habe ich während unserer gemeinsamen Zeit in erster Linie seine Emotionen interpretiert, aber er war ein besonderer Mann. Ich habe das gern getan. Serge war oft traurig, das hört man in seinen Chansons. Ich bin dankbar, dass wir nach dem Ende unserer Liebe befreundet geblieben sind. Vielleicht sogar besser und enger befreundet als in den Jahren, in denen wir zusammen waren.

Eine Platte mit eigenen Stücken hatten Sie zuletzt 2008 veröffentlicht. Wie kam es zu „Oh! Pardon Tu Dormais“?
Jane Birkin: Mit den Liedern von Serge tourte ich mehrere Jahre um die Welt. Ich hatte nicht vorgehabt, ein weiteres Album zu machen. Aber mein guter Freund Étienne Daho hat nicht aufgehört, mich zu beknien, und schließlich hat er mich zu dem Projekt überredet. Étienne und Jean-Louis Piérot haben die Musik geschrieben, von mir stammen die Texte. Etienne sagte, er liebe mein Theaterstück „Oh! Pardon Tu Dormais“. Ich zog mich zum Schreiben meist in unser Familienhaus in der Bretagne zurück.

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