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Zahlreiche Absagen"Ohnmachtsgefühle" nach neuen Maßnahmen in Schweiz

Bei kulturellen Veranstaltungen sind in der Schweiz bis auf weiteres nur noch maximal 50 Personen erlaubt. Eine Branchenvertreterin spricht von einem "de facto Berufsverbot".

© APA/MARTIN FICHTER-WÖSS
 

Das Verbot von Großveranstaltungen in der Schweiz bedeutet für den Kultursektor eine weitere Leidenszeit und mangelnde Planungsmöglichkeiten. "Das Limit von 50 Personen entspricht de facto einem Berufsverbot für die meisten Veranstaltenden und schlussendlich auch für die Kulturschaffenden", sagte Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der Swiss Music Promoters Association (SMPA). Von "Ohnmachtsgefühlen" ist in einer Medienmitteilung der SMPA die Rede.

Wie der Bundesrat am Mittwoch mitgeteilt hat, sind in der Schweiz bis auf weiteres nur noch kulturelle Anlässe mit maximal 50 Personen erlaubt. Für zahlreiche Aufführungen und Festivals wie etwa das JazzOnze+ Festival in Lausanne, das vom 29. Oktober bis am 1. November zum 33. Mal hätte stattfinden sollen, bedeutet das gemäß umgehend verschickten Communiqués eine kurzfristige Absage.

Um Konzerte oder Aufführungen kostendeckend durchführen zu können, brauche es mehr Publikum, so Breitenmoser. Die Kurzarbeit für Angestellte sowie der Corona-Erwerbsersatz für Selbstständige und arbeitgeberähnliche Personen müsse uneingeschränkt weitergeführt werden, forderte er. "Es darf nicht sein, dass es auf einmal heißt: Ihr könnt ja wieder arbeiten, halt nur mit 50 Personen im Publikum."

Hoffnung setzt die schweizweite Taskforce Culture, der die Swiss Music Promoters Association angehört, in die beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen. Nur wenn diese bald umgesetzt und unbürokratisch angewendet werden, können alle Kulturunternehmen und Kulturschaffenden diese Krise überleben, so Breitenmoser. Wichtig sei auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Kulturverbänden und den Behörden auf allen stattlichen Ebenen. "Und natürlich, dass die neuen Maßnahmen bald wieder aufgehoben werden können."

Auch das Lucerne Festival sagt wegen Corona einen weiteren Anlass ab. Das Festival "Beethoven Farewell" vom 20. bis 22. November müsse nun abgesagt werden, teilten die Organisatoren mit. Im Rahmen des Festivals hätten die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der Pianist Igor Levit auftreten sollen. Es werde nun geprüft, ob die Konzerte im kommenden Jahr nachgeholt werden könnten, teilte Lucerne Festival mit.

Die Organisatoren hatten in diesem Jahr bereits das für April geplante Kurzfestival "Teodor" mit dem Dirigenten Teodor Currentzis und das große fünfwöchige Sommerfestival absagen müssen. Anstelle des Sommerfestivals konnte man aber im August ein zehntägiges Ersatzfestival unter dem Motto "Life is Live" durchführen.

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