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Dirk Stermann"Zur großen Überraschung meiner Ärzte bin ich kognitiv sehr stabil"

Dirk Stermann ist unser neuer Kolumnist im Sonntagsmagazin.

Dirk Stermann
Dirk Stermann © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Ich kann Elefanten von Hamstern unterscheiden, weil Hamster viel kleinere Rüssel haben, und in etwa kann ich sieben von hundert runterzählen. Das Ergebnis ist knapp über 90. Zur großen Überraschung meiner Ärzte bin ich kognitiv sehr stabil. Ich habe 101 Prozent bei dem Test erreicht, weil ich, ohne dass es gefragt war, auch noch Tag und Nacht unterscheiden konnte. Das eine ist viel heller als das andere, auch wenn ich mich gerade nicht darauf festlegen könnte, welches heller ist. Ich wünschte, mein Kollege Grissemann würde einmal so einen Test machen. Ich wette, er würde vor allem die letzten fünf Fragen nicht beantworten können. Der Test beginnt leicht, wird aber immer schwerer.

Am Anfang wird man gebeten, sich hinzusetzen. Nimmt man den Sessel, bekommt man die volle Punktzahl. Wählt man aber eine Kaffeetasse, gibt es Abzüge. Aber die letzten fünf sind der Hammer. „Wiederholen Sie die Worte Nase und Gnu.“ In der richtigen Reihenfolge! Klingt leicht, aber versuchen Sie es einmal. Dann gibt es ein Kreuzworträtsel, zwar nur mit einem einzigen gesuchten Wort, aber auch das will erst einmal geschafft sein. „Kopfbedeckung mit drei Buchstaben.“ Erster Buchstabe ist ein H. Ich habe „Har“ geschrieben, weil Hare ja wohl auch eine Kopfbedeckung sind. Bei der dritten Frage habe ich raten müssen, aber man braucht einfach Glück bei schwierigen Prüfungen. „Was ist größer? Ein Zwerg oder ein Riese?“

Die vorletzte Frage war für mich als ORFler leicht. Wovon lebt der ORF? Erster Buchstabe war ein G. Zwei weitere Buchstaben hatte das Lösungswort. Ich habe E, L und D geschrieben. Ich musste halt etwas enger schreiben, damit es sich ausgeht. Die letzte Frage, auch Königsfrage genannt, lautete: Was haben Orange und Banane gemeinsam? Ich brüllte: „Obst. Das ist beides Obst. Das kenne ich aus dem Supermarkt!“ Noch niemals in der Geschichte dieses Tests hatte jemand so bravourös bestanden wie ich. Die Ärzte erklärten mir, ich wäre geistig so fit, ich könnte jederzeit amerikanischer Präsident werden. „Okay“, sagte ich und ging zur amerikanischen Botschaft in Wien, um mich zu bewerben. Sie waren dort auch mächtig stolz auf mein Resultat. „Impressed“, wie der Ami sagt.

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