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Kritik"Farm Fatale": Die letzte Biene spricht Schwyzerdütsch

Bedrückend, beglückend: Philippe Quesnes Gastspiel „Farm Fatale“ bei den Wiener Festwochen reframed.

Betörend: Philippe Quesnes Öko-Apokalypse in „Farm Fatale © Festwochen/Martin Agryroglo
 

Das Stroh quillt aus ihren Ärmeln, Köpfen und Gummistiefeln, die Beine sind schwer, die Haare zerrupft: Vier Vogelscheuchen mit Kautschukmasken und verstellten Stimmen torkeln in „Farm Fatale“ zwischen Heuballen über die Bühne der Halle G im Wiener Museumsquartier. Eine fünfte, Pecuchet, schließt sich ihnen an.
Sie alle sind Langzeitarbeitslose: Die Vögel, die sie früher verscheucht haben, sind ausgeflogen, auch die Menschen sind weg. Das Fatale, wenn man so will, an dieser Farm ist, dass sie nicht mehr existiert. Die Bauern haben Landflucht oder Suizid begangen. Alles ganz schön traurig. Die Hinterbliebenen, die sich nun Vogelkümmerer (im Englischen carecrow statt scarecrow) nennen, vertreiben sich die Zeit mit Radio- und Musikmachen. Der Sound der Natur – krähende Hähne, rauschende Flüsse – kommt vom Band.

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