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Eröffnungsrede in KlagenfurtSharon Dodua Otoo: Dürfen Schwarze Blumen Malen?

Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo eröffnete Mittwochabend das diesjährige Wettlesen. In ihrer Rede plädierte sie dafür, Sprache als ständige Erinnerung zu begreifen, dass Diskriminierung existiert. Ein Auszug.

2016 gewann Sharon Dodua Otoo den Bachmannpreis
2016 gewann Sharon Dodua Otoo den Bachmannpreis © APA/GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)
 

Verehrtes Publikum, erlauben Sie mir bitte eine Anmerkung, bevor ich mit der Rede beginne. Es geht um die Schreibweise des Wortes „Schwarz“ in meinem Titel. Sie werden vielleicht festgestellt haben, dass er zweideutig ist, je nachdem, ob „Schwarz“ groß oder klein geschrieben wird. Eventuelle Irritationen deswegen möchte ich zunächst aus dem Weg räumen. Es wäre mir eine große Freude, Ihnen von malenden schwarzen Blumen zu erzählen. Von ihren Duftnoten und Farbtönen, ihrer Resilienz und ihrem Großmut, ihrer Nahrhaftigkeit, von ihren heilenden Kräften. Was wir alles von diesen seltenen Blumen lernen könnten! Aber darum soll es heute Abend nicht gehen. Tatsächlich werde ich über Menschen reden. Paradoxerweise habe ich genau dieses Wort – „Menschen“ – weggelassen, um sicherzugehen, dass der Titel von anderen richtig geschrieben wird.

Kommentare (2)
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tintifax
8
13
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Einfach

großartig! Ich ziehe meinen Hut: "Chapeau!" Danke für diese unbeschreibliche Empathie der Autorin! Gerade jetzt! :-)))

zweigerl
5
8
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Progressive Verkauderwelschung?

Na ja. Die Rede ist nicht uncharmant. Aber es wird einem schwindlig, bedenkt man die - groß oder klein geschriebenen - Upgrades der Duden-normierten Schreibweise zugunsten einer irgendwie blumenmalenden Post-It-Diktion schreibfreudiger Schwarzer (sic!) Autor*innen. Es ist ein schmaler Grat, den uns die politische Korrektheit zu gehen zwingt. Da kehrt man doch lieber zu Uhland und Goethe zurück und überlässt sich dem noch ungetrübten Strom einer natürlich gewachsenen Muttersprache.