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Linz programmiert umKlangwolke und Brucknerfest heuer im Corona-Spezialformat

Corona hat auch die großen Linzer Kulturveranstaltungen ordentlich durcheinandergewirbelt. Das Brucknerhaus Linz erarbeitet jedoch gemeinsam mit der Kunstuni Linz und der Ars Electronica Alternativen zu Klangwolke & Co.

Auch die Klangwolke wird an die Coronazeit angepasst
Auch die Klangwolke wird an die Coronazeit angepasst © APA/LIVA/A. RÖBL
 

Die Klangwolke und das Brucknerfest in Linz werden auch heuer im Herbst stattfinden, allerdings im Corona-Spezialformat. Das Brucknerhaus Linz erarbeitet gemeinsam mit der Kunstuni Linz und der Ars Electronica eine spezielle Covid-19-Klangwolke für den 12. September. Das Brucknerfest und andere Konzerte im Großen Saal des Brucknerhauses sind ebenfalls anders als gewohnt geplant.

Eine 100.000-Besucher-Massenveranstaltung im Linzer Donaupark wird die heurige Klangwolke nicht werden, das schickte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in einer Videopressekonferenz am Montag voraus. Doch "wir wollen eine spezielle Covid-19-taugliche Klangwolke machen", kündigte der künstlerische Leiter der LIVA (Linzer VeranstaltungsGmbH), Dietmar Kerschbaum an. Dafür habe er Kunstuni und Ars Electronica spontan zusammengerufen, auch die Hauptsponsoren würden das Projekt unterstützen. Man sei am Anfang der Planungen, Details werde es im Juli geben. Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter sprach von einer lustvollen Zusammenarbeit, die auch Absolventen und lokale freischaffende Künstler einbinde. Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker stellte ein "Projekt für die Stadt, das mit der ganzen Welt vernetzt ist", in Aussicht.

Vorführungen finden zweimal statt

Brucknerfest und andere Konzerte im Brucknerhaus sollen alle im Großen Saal stattfinden, allerdings mit 400 statt 1.400 möglichen Besuchern, ohne Pausen und mit gestaffeltem Einlass. Die Vorführungen sollen nur eine Stunde dauern, dafür zweimal gespielt werden. Die Künstler seien informiert, dass sie ihre Konzerte zweimal abhalten können, berichtete Kerschbaum. So hofft man wohl, die geringere Kapazität ausgleichen zu können. Deshalb laufe auch der Vorverkauf weiter wie geplant.

Auf dem Podium im Großen Saal sei auch mit einem Meter Abstand eine größere Besetzung möglich. Der ausgebildete Tenor denkt an Plexiglas etwa für Bläser und einen großen Schleier vor der Bühne. Kerschbaum rechnete damit, 70 bis 75 Prozent des Brucknerfest-Programmes so durchzubringen - eine Perspektive, wie das mit Musikern aus dem Ausland organisiert werden soll, "kann ich heute noch nicht geben".

Zwei Konzerte aus der Reihe Sonntagsmatinee werden als "Probebetrieb" bereits im Juli nachgeholt: Am 5. Juli (ursprünglicher Termin: 14. Juni) musiziert das Divertimento Viennese unter Vinzenz Praxmarer, am 12. Juli (statt 15. März) spielt das Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck. Das wolle man sich anschauen und dann "schnell und flexibel" reagieren, je nach den dann geltenden Vorgaben. Die Serenaden im Landhaus-Hof werden mit rund 100 Personen ebenfalls ohne Pause und zweimal hintereinander gegeben. "Ich bin optimistisch, dass wir alle Vorhaben im Einklang mit den Vorschriften der Bundesregierung ausüben können", so Kerschbaum.

Für Konzerte im Posthof "sind wir dabei, mit Agenturen und Künstlern zu sprechen, wie wir ein Programm ab September möglich machen. Es ist Work in Progress, schaut aber gut aus", sagte Leiter Gernot Kremser. Das Ahoi-Pop-Festival - geplant für 16. bis 18. Juli an der Donaulände - wurde auf 2021 verschoben.

Einen Schaden aus den entgangenen Veranstaltungen konnte Kerschbaum noch nicht beziffern, das werde erst ermittelt. Luger kündigte bereits - vor einer Klausur der Stadtregierung samt Kassensturz - ein Einspringen der Stadt Linz an. An den Terminen im Herbst halte man fest, "weil uns das Virus bis Anfang des nächsten Jahres begleiten wird. Wir stellen uns der Tatsache", betonte Kerschbaum, dass es als Kulturveranstalter wichtig sei, die Komfortzone zu verlassen. Erst wenn ein Impfstoff gefunden sei, seien Veranstaltungen wieder in bisher geplanter Form möglich.

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