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Salzburger Mozartwoche:Finale mit großen Gefühlen und sehr guten Zahlen

Fast hätten Gesundheitsprobleme des Solisten das letzte Konzert der Mozartwoche verhindert. Am Ende war aber alles gut. Auch die Bilanz des Festivals.

Startenor und Intendant Rolando Villazón durfte zufrieden Bilanz ziehen © APA
 

Fast hätte ein Zwischenfall Andreas Ottensamers Auftritt und damit das perfekte letzte Konzert der Mozartwoche am Sonntagabend in der Stiftung Mozarteum verhindert. Am Ende kam es allerdings doch zur ehrvollen Huldigung Mozarts mit starken Solisten und dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Daniel Harding.

Am Ende hat Andreas Ottensamer die Zähne zusammengebissen beziehungsweise die Lippen zusammengepresst. Der Klarinettist hatte zuvor einen Bandscheibenvorfall erlitten, sich aber doch bereit gefühlt, bei der Mozartwoche aufzutreten. Hätte Intendant Rolando Villazón vor Konzertbeginn im Großen Saal nichts erwähnt, wäre vermutlich niemandem aufgefallen, dass Ottensamer nicht in bester Verfassung ist. Mit vollem Körpereinsatz gab er Mozarts berühmtestes Denkmal für die Klarinette, das Konzert in A-Dur KV 622. Ottensamer nahm das Publikum mit auf eine Fahrt durch ein Wechselbad der Gefühle. Den Wechseln im Allegro zwischen sanften Höhen und durchdringenden Tiefen folgte ein Adagio voller sanft federnder Schwermut, und am Ende war einmal mehr klar, wie ausdrucksstark die Klarinette als Soloinstrument eigentlich sein kann.

Nachdem Daniel Harding und das Mahler Chamber Orchestra eingangs mit der Symphonie KV 201 bereits A-Dur, die Tonart des ersten Konzertteils, vorgegeben und einen festlichen, wenn auch dicht und breit ausgewalzten Grundton angeschlagen hatten, so fanden sie ihre Heiterkeit vor allem nach der Pause. Voller Feuer eröffnete Harding mit der Ouvertüre aus "Cosi fan tutte" den Solistenteil von Sopranistin Louise Alder, die zum ersten Mal die Arie der Fiordiligi Nr. 14 und das Rondo der Donna Anna Nr. 23 aus "Don Giovanni" vor einer breiten Öffentlichkeit sang, wie sie zuvor auf ihrem Instagram Account erzählt hatte. Das Debüt gelang ihr gut. Schnell hatte sie den Großen Saal im Griff und bis in die letzte Ecke ausgefüllt. Zuerst als kecke Fiordiligi und dann als nachdenklichere, verletzte Donna Anna. 

Den letzten Abend beschlossen dann wieder Daniel Harding und das Mahler Chamber Orchestra mit Mozarts "Prager Symphonie" und ließen Mozarts Stern noch einmal hell aufstrahlen. Harding aktivierte noch einmal die letzten Reserven seiner Musiker, unterstrich voller Genuss den opernhaften Charakter des Werks und entließ nach einem flotten und sehr detailverliebten Presto die gesammelte Energie ins Publikum, das in großen Applaus ausbrach. Ein gelungenes Finale der Mozartwoche 2020.

Erfolgsbilanz

Die Mozartwoche 2020 zog Bilanz: 30.000 Fans aus aller Welt ließen sich von Rolando Villazóns zweitem Programm „Mozart lebt!“ mit einem spannenden Mix aus herausragenden Konzerten und innovativen Formaten nachhaltig begeistern - ein Besucherrekord. Mit 59 Veranstaltungen über elf Tage an 13 Spielorten in Salzburg bot die Mozartwoche so viel Mozart wie noch nie in Salzburg rund um den 264. Geburtstag von Wolfgang Amadé Mozart. Die Auslastung von 91% ergibt auch wirtschaftlich die erfolgreichste Mozartwoche seit Bestehen.

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