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Ob Belletristik oder Sachbuch - Bücher eignen sich immer als Weihnachtsgeschenk. Hier die Empfehlungen unserer Kultur-Redaktion. Lesen Sie bitte - nicht nur zu Weihnachten!

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Bücher als Geschenk sind nie ein Fehler
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Marianne Fischer

Papst zu sein ist ein Job, den niemand will. Meint zumindest Anthony McCarten in seiner fesselnden Romanbiografie über Benedikt XVI. und Franziskus II. Das spannende Porträt zweier höchst unterschiedlicher Kirchenfürsten.
Anthony McCarten. Zwei Päpste. Diogenes, 400 Seiten, 24,70 Euro.

Ein Literaturstudent wurde des Mordes verurteilt, ohne dass es eine Leiche gab. Jahre später versucht ein Mitstudent, das Geschehen zu rekonstruieren. Packende Geschichte über Schuld, Sühne und verlorene Hoffnung.
Mattias Edvardsson. Der unschuldige Mörder. Limes, 464 Seiten, 15,50 Euro.

Felix Francis ist erfolgreich in die Fußstapfen seines Vaters Dick Francis (1920–2010) getreten und siedelt die Krimis ebenfalls im Pferdesport-Milieu an. Im neuesten Wurf schickt er einen Ermittler undercover in einen Rennstall. Sehr sympathisch.
Felix Francis. Triple Crown. Diogenes, 416 Seiten, 14,99 Euro.

Wie schaut sie eigentlich aus, die stillste Zeit im Jahr? Das fragt sich auch der kleine Fuchs in der reizenden Kinderbuchreihe von
Ulrike Motschiunig. Zauberhaft erzählt und illustriert – einfach perfekt für die Kuschelzeit.
U. Motschiunig/F. Dailleux. Was glitzert im Winterwald, kleiner Fuchs? G&G, 32 Seiten, 14,95 Euro.

 

Bernd Melichar

Ein einfühlsamer und intelligenter Familienroman des US-Autors. Der Vater reist zur lebensuntüchtigen Tochter in die Provinz, alte Bruchlinien tun sich auf. Leicht im Ton, aber tief in der Erkenntnis. Große Literatur, unaufdringlich serviert.
James Wood. Upstate. Rowohlt, 304 Seiten, 22,70 Euro.

Ein oft unterschätzter Klassiker aus der Beletage der deutschsprachigen Literatur, den man gar nicht oft genug wiederentdecken kann. Keyserling beschreibt die Welt von gestern ohne Schwulst, dafür mit großer Eleganz und feiner Ironie.
Eduard von Keyserling. Landpartie. Manesse, 744 S., 28,80 Euro.

Dass die Polin eine würdige Literaturnobelpreisträgerin ist, hat sich herumgesprochen. Diese fein gesponnenen Erzählungen über Menschen, die aus ihrem gewohnten Habitat katapultiert werden, sind ein weiterer Beweis dafür.
Olga Tokarczuk. Spiel auf vielen Trommeln. Matthes & Seitz,
144 Seiten, 15,30 Euro.

Über diesen Preisträger wurde viel gesprochen, jetzt sollte man ihn auch lesen. In dieser meditativen Erzählung von 1987 ist Handkes Kosmos enthalten: über die Außenansicht (des Gehens) zur Innenansicht (des Schreibens).
Peter Handke. Nachmittag eines Schriftstellers. Suhrkamp,
90 Seiten, 8,80 Euro.

 

Karin Waldner-Petutschnig

Wer Herrendorfs „Tschick“ geliebt hat, wird auch diese Coming-of-Age-Geschichte des deutschen Schauspielers mögen. Eine Jugend in den 1970er-Jahren mit Nazilehrern, todkrankem Freund, Scheidung der Eltern – traurig und komisch zugleich.
Matthias Brandt. Blackbird. KiWi, 288 Seiten, 22,40 Euro.

Kunst oder Kind? Anhand des Porträts einer Opernsängerin geht die Autorin voll Anteilnahme, aber doch distanziert auf das Dilemma ihrer Hauptfigur ein. Ihr Recht auf Selbstbestimmung ist ebenso Thema wie der Opernbetrieb. Kurzweilig!
Andrea Grill. Cherubino. Zsolnay, 318 Seiten, 23,70 Euro.

Drei Jugendliche in einem Sittenbild aus den 1990er-Jahren in der französischen Provinz. Das Proletariat von heute mit Gewalttätigkeit, Diebstählen, Arbeitslosigkeit ist Hintergrund dieser Milieustudie. Prix Goncourt!
Nicolas Mathieu. Wie später ihre Kinder. Hanser, 446 Seiten,
24,70 Euro.

Spannendes Debüt voll magischem Realismus: Kastratensänger sollen wie im Barock in einem geheimen Internat in der heutigen Steiermark ausgebildet werden. Schrecklich schön, poetisch, meisterhaft. Nicht nur für Musikfreunde.
Daria Wilke. Die Hyazinthenstimme. Residenz, 304 Seiten, 22 Euro.

 

Werner Krause

Mehr als ein Buch des Jahres. Ein Jahrzehntroman – über religiösen Fanatismus, Fremdenhass, brutale Machtkämpfe und soziale Ausbeutung. Mit historischem Hintergrund, aber trotzdem hochaktuell.
Olga Tokarczuk. Die Jakobsbücher. Kampa, 1184 Seiten,
31,99 Euro.

Mit unglaublicher Lockerheit schüttelt Jonathan Lethem neun Short Storys über New Yorker Verlierertypen aus dem Ärmel. Doppelbödig, grotesk, tragikomisch. Lethem-Sprachsound, diesmal mit R.E.M.-Bezug.
Jonathan Lethem. Alan, der Glückspilz. Tropen, 172 Seiten,
20,60 Euro.

Letztes Meisterwerk von Antonio Tabucchi (1943–2012). Der italienische Feingeist ließ sich durch Gemälde zu wahrhaft unglaublichen Geschichten inspirieren. Skurril, surreal, komisch. Pure Poesie, die Liebe auf den ersten Blick weckt.
Antonio Tabucchi. Geschichten zu Bildern. Hanser, 256 Seiten, 23,70 Euro.

20 Jahre lang durchstreifte der Philosoph, Zyniker und Geschichtenerzähler Rétif de la Bretonne Paris bei Nacht, u. a. als Augenzeuge der Französischen Revolution. Ein neues Genre entstand – geniale Großstadtliteratur.
Rétif de la Bretonne. Die Nächte von Paris. Galiani, 528 Seiten, 28,80 Euro.

Uschi Loigge

Omas gegen rechts, Tanzkurs oder Rollstuhl – was machen wir im letzten Lebensabschnitt? Susanne Scholl lässt eine gut situierte Witwe mit der rumänischen Pflegerin, der überängstlichen Nachbarin und ihrer schillernden Schwester eine WG gründen.
Susanne Scholl. Die Damen des Hauses. Residenz, 245 S., 22 Euro.

Einfallsreich und voller Witz ist auch Band drei der „Spiegelreisende“-Saga. Ophelia sucht in der Welt der 21 Archen ihren verschwundenen Mann. Sie wird Lehrling am Konservatorium der Guten Familie, wo sie es mit Böswilligen zu tun hat.
Christelle Dabos. Das Gedächtnis von Babel. Insel, 514 Seiten
18,50 Euro.

Ganz nah dran an Peter Handke und doch distanzierter Beobachter ist der deutsche Journalist Malte Herwig. Aus langen Gesprächen entstand diese Biografie des Nobelpreisträgers. Erhellend, kritisch, fundiert und unterhaltsam.
Malte Herwig. Der Meister der Dämmerung. DVA, 368 Seiten,
14,40 Euro.

Geschichte, eine gute Geschichte und viel Ironie hat Dario Fo, der Literaturnobelpreisträger von 1997, in die Dreiecksgeschichte um den dänischen König Christian VII. gepackt. Der Untertitel weist die Richtung:
Ein Narr auf dem Thron.
Dario Fo. Christian VII. Hollitzer, 200 Seiten, 23 Euro.

 

Martin Gasser

Er hat so viel mehr geschrieben als „Moby-Dick“ und „Bartleby“. Das Romandebüt des großen Herman Melville ist zum 200. Geburtstag des Autors in einer Prachtausgabe neu erschienen. Ein Abenteuerroman, der
das Fernweh anfacht.
Herman Melville. Typee.
Mare, 448 Seiten, 39,10 Euro.

Es gibt unzählige Venedig-Romane, dieser ist einer der besseren. Der sensible Sprachgestalter Hanns-Josef Ortheil folgt Ernest Hemingway in die Lagune, wo der Weltmeister des Virilen eine Krise überwinden möchte.
Hanns-Josef Ortheil. Der von den Löwen träumte. Luchterhand, 352 Seiten, 22,70 Euro.

Zum Immer-wieder-Lesen und Neuentdecken. Fontanes umwerfender Roman über die Tragik des bürgerlichen Frauenlebens. Zum Fontane-Jahr von Jörg Hülsmann neu gestaltet und illustriert. Eine unvergessliche Lektüre in würdiger Form.
Theodor Fontane. Effi Briest.
S. Fischer, 384 Seiten, 41,20 Euro.

Warum Nahost bis heute ein Pulverfass ist, das lässt einen dieser Roman besser verstehen. Terroristen, Geheimdienste und Politik im blutigen Dauerkampf zu jener Zeit, als die Marxisten langsam zu Gotteskriegern werden.
Sherko Fatah. Schwarzer September. Luchterhand, 382 Seiten, 22,70 Euro.

 

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