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Gastland Norwegen Buchtipps aus dem Norden

Das hat das Gastland Norwegen literarisch zu bieten.

Mittsommer: Jonatan Griff hat einen Job, der unter seiner Würde liegt. Er arbeitet als Alleinunterhalter in einem Hotel in einem norwegischen Kaff, wo sich skurrile Charaktere tummeln, wie zum Beispiel Louise und ihre Katze Bach. Eine zauberhafte Geschichte übers Erwachsenwerden und die schrulligen Menschen am gefühlten Å... der Welt.
Lars Saabye Christensen. Der Alleinunterhalter.
btb, 320 Seiten, 10,30 Euro.

Alva Gehrmann ist eine feinfühlige Beobachterin der skandinavischen Lebensgewohnheiten und kann darüber würdevoll erzählen. Monatelang lebt sie in Breitengraden, die andere zum Erfrieren bringen. Offenbar ist es aber lustig dort, so liest es sich jedenfalls. Ein Buch für alle, die nicht auf das klassische A bis Z eines unterhaltsamen Landes wie Norwegen stehen. 
Alva Gehrmann. I Did It Norway.
DVA, 303 Seiten, 17,40 Euro.

Lydia Davis bewundert seine stilistische Bravour ebenso wie Haruki Murakami oder Peter Handke. In der Tat: Wer einmal einen Roman von Dag Solstad gelesen hat, muss mit hoher Suchtgefahr rechnen. Dies gilt vor allem für „T. Singer“, wie stets bei Solstad ein Außenseiter, der in einer Provinzstadt eine Stelle als Bibliothekar annimmt. Singer laboriert an einem massiven psychischen Problem – er wird, stets ohne Vorankündigung, von massiven Schamgefühlen befallen. Dies mündet in absurdeste Selbstbeobachtungen und Komplexe, aber auch in aberwitzige Situationskomik, die ebenso fassungslos macht wie die soghafte Sprache Solstads.
Dag Solstad. T. Singer.
Dörlemann, 280 Seiten, 22,60 Euro.

Ein Figurenkabinett, bestehend aus 15 Personen, ein genialer Autor, der seine Leserschaft gerne mit dem Du-Wort anspricht, eine vielschichtige, verblüffende Weltbetrachtung, bei der Samuel Beckett immer wieder um die Ecke schaut: Tor Ulven glückte mit seinem Roman „Ablösung“ ein poetisch-philosophisches Puzzlespiel, dessen Teile sich erst allmählich zusammenfügen zu einem wunderbaren Wortgemälde. Tief eintauchen kann man in all die Figuren, ob jung oder alt, geführt von einem Dichter, der magisch von Trauer, Verlusten und Sehnsüchten erzählt.
Tor Ulven. Ablösung.
Droschl, 144 Seiten, 20 Euro.

Eine fesselnde Liebeserklärung an das Meer und die Geschichte einer besonderen Freundschaft hat Morten A. Strøksnes mit dieser Geschichte geliefert. Der beste Beweis dafür ist, dass sogar die ansonsten emotional so unterkühlten Norweger hingerissen waren. Journalist Strøksnes begibt sich mit seinem Künstler-Freund und Derrick-Fan Hugo Aasjord im unberechenbaren Vestfjord auf die Suche nach einem Eishai. Einem uralten, seltenen und vor allem überaus hässlichem Wesen, das in unglaublichen Tiefen zu Hause ist. Dieses Buch ist der beste Beweis dafür, dass das Leben noch immer die besten Geschichten schreibt.
Morten A. Strøksnes. Das Buch vom Meer.
DVA, 363 S., 20,60 Euro.

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