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KHM-WechselRoms Kulturministerium war über Schmidt-Verzicht nicht informiert

Die Posse um den im letzten Moment abgesagten Wechsel von Eike Schmidt zum Kunsthistorischen Museum ist um einen interessanten Aspekt reicher: Das italienische Kulturministerium will von Schmidts Verzicht nichts gewusst haben.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Das italienische Kulturministerium hat von Uffizien-Direktor Eike Schmidt keine Mitteilung erhalten, dass er auf die Leitung des Kunsthistorischen Museums (KHM) in Wien verzichtet habe. "Wir haben diese Nachricht von Medien erfahren", erklärte Mattia Morandi, Pressesprecher von Italiens Kulturminister Dario Franceschini, im Gespräch mit der APA.

"Schmidt hat uns nicht mitgeteilt, dass er auf die Generaldirektion des KHM verzichtet hat. Wir haben von ihm keine direkte Information, wir haben lediglich von Medien erfahren, dass er auf den Posten verzichtet hat. Wir hoffen, dass es nicht zu diplomatischen Problemen mit Österreich kommt", meinte Morandi. Gerüchte über einen möglichen Verbleib Schmidts als Uffizien-Direktor könne er nicht kommentieren.

Morandi schloss nicht aus, dass es in den vergangenen Tagen zu Kontakten zwischen dem Kulturministerium und Schmidt gekommen sei. Vermutet wird in Italien, dass Schmidt auf den KHM-Chefsessel verzichtet habe, weil er vom italienischen Kulturminister Franceschini einen neuen vierjährigen Vertrag als Uffizien-Direktor erhalten habe.

Keine Bestätigung von Uffizien

Uffizien-Sprecher Andrea Acampa konnte die Berichte über Schmidts Verzicht auf die Führung des KHM ebenfalls nicht bestätigen. Der 51-jährige Schmidt sei derzeit in Wien, wo er sich an der Tagung des Verbands österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker beteiligt.

Der Sozialdemokrat Franceschini ist seit einem Monat wieder Kulturminister in Italien. Er hatte den Posten bereits zwischen 2014 und 2018 besetzt und eine einschneidende Museumsreform über die Bühne gebracht. Diese hatte ausländischen Kulturmanagern wie Schmidt die Tore der prestigereichsten italienischen Museen geöffnet. Der Tiroler Peter Assmann wurde 2015 zum Direktor des Herzogspalasts in Mantua ernannt. Der Linzer Peter Aufreiter rückte zum Direktor der Galleria Nazionale delle Marche in der mittelitalienischen Stadt Urbino auf.

Franceschinis Nachfolger Alberto Bonisoli, der von Juni 2018 bis August 2019 im Amt war, hatte jedoch die Museumsreform zum Teil rückgängig gemacht. Das Mandat einiger ausländischer Direktoren wurde nicht verlängert. Assmann übernimmt im November die Leitung der Tiroler Landesmuseen, während Aufreiter ab 1. Jänner 2020 als Direktor des Technischen Museums Wien amtieren wird. Mit Franceschinis Wiederernennung zum Kulturminister wird wieder mit einem ausländerfreundlicheren Kurs in Italiens Kulturpolitik gerechnet.

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