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Neuer Stephen King"Das Institut": Mit Hillary Clintons Wahlslogan gegen das Böse kämpfen

Im neuen Buch von Bestseller-Autor Stephen King müssen es Kinder mit irdischem Grauen aufnehmen - das Böse kommt dieses Mal nicht als Horrorclown daher, sondern als geheime Einrichtung.

Stephen King
Der Meister der Gänsehaut: Stephen King © Evan Agostini/Invision/AP
 

Unschuldige Kinder werden von den Eltern getrennt eingesperrt - in Amerika längst keine Fiktion mehr. Stephen King spinnt in seinem mehr als 60. Roman die Ungeheuerlichkeit weiter: Da werden Buben und Mädchen mit besonderen Fähigkeiten entführt und gefoltert, deren Mütter und Väter ermordet. Das Böse ist diesmal kein Horrorclown, sondern die geheime Einrichtung "Das Institut" (so der Buchtitel).

Der Meister der Gänsehaut greift in seiner aktuellsten Geschichte, die mehr Thriller als klassischer Horror ist, Verschwörungstheorien über paramilitärische Organisationen auf, die gut getarnt und ebenso vernetzt die Geschicke der Welt beeinflussen. Skrupellos sind diese Menschen, die im Institut ihr Unwesen treiben: Sie kidnappen Kinder mit besonderen mentalen Eigenschaften, unterziehen sie qualvollen Experimenten, gehen kaltblütig über Leichen, um ihre Ziele durchzusetzen, und denken dabei im Recht zu sein.

Erbitterter Trump-Kritiker

Luke, hochintelligent und mit schwachen telekinetischen Kräften ausgestattet, wird Opfer der Organisation und landet im Institut, wo Wärter und Ärzte im Namen eines angeblich höheren Zieles ihren Sadismus ausleben. Doch der Zwölfjährige nimmt es trotz Stromstößen, Schlägen und sonstiger Misshandlungen - King schont den Leser nicht mit Details - mit dem übermächtigen Gegner auf und führt seine jungen Mitinsassen zum großen Showdown. King, ein erbitterter Kritiker von US-Präsident Donald Trump, lässt die Kinder in einem Wahlslogan von Hillary Clinton die Lösung finden: "gemeinsam stärker".

"Das Institut" ist ein guter, solider King, ausgestattet mit den handwerklichen Trademarks des bald 72-jährigen Schriftstellers. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch kleinste Details recherchiert (was Glaubwürdigkeit vortäuscht). Wenn der Autor zwischendurch auch sehr weit ausschweift, will man doch weiterlesen, mit dem Wissen, dass die Action irgendwann ordentlich in die Gänge kommt. Der Schlussteil gleicht einem Lehrbeispiel in Sachen Page-Turner: King lässt gegen Ende die Handlung pro (kurzem) Kapitel zwischen drei spannungsgeladenen Schauplätzen hin- und herspringen, das Buch weglegen geht dann nicht mehr.

Man muss King bewundern, wie er eine simple Geschichte zu einem unterhaltsamen Schmöker ausbreitet, der ein breites Publikum erreicht, politische Seitenhiebe und popkulturelle Anspielungen enthält und trotz wiederkehrender Motive aus dem Schaffen des Autors (exzentrische Figuren, eine Kleinstadt im Nirgendwo als Schauplatz, Außenseiter werden Helden usw.) nicht wie ein King-Malen-Nach-Zahlen wirkt. Und die Botschaft ist klar: Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel und gemeinsam lässt sich etwas bewegen - in diesem Fall buchstäblich.

Zum Buch

Stephen King, "Das Institut", aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt, Heyne Verlag, gebundene Ausgabe, 768 Seiten, 26,80 Euro

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