AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

WienKonzeptkünstler Josef Bauer im Belvedere 21

Mit "Demonstration" widmet das Belvedere 21 dem oberösterreichischen Konzeptkünstler Josef Bauer eine nach eigenen Angaben "längst überfällige" Personale. Die von Harald Krejci kuratiert Schau versammelt rund 100 Arbeiten Bauers, die sich im Spannungsfeld zwischen Bild und Text bewegen. Buchstaben, Zeichen, Symbole - sie bedeuten hier mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

 

"Josef Bauers Arbeiten kreisen stets um die Frage, was mit Kunst wie artikuliert werden kann", wird Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig zur Ausstellung, die am heutigen Mittwoch eröffnet wird, zitiert. "Auf einer abstrakten Ebene reflektiert Bauer die politisch brisanten Strömungen der Zeit, von den Erfahrungen des Nationalsozialismus bis zu heutigen Entwicklungen des Rechtspopulismus."

Selbst bezeichnet der 1934 in Wels geborene Bauer einen Teil seiner Arbeiten als "taktile Poesie". Sprachzeichen und Objekte werden von ihm kombiniert und im Raum positioniert, wodurch eine Beziehung mit der Umgebung, aber auch dem Betrachter entsteht. Ein riesiges A lehnt in einer Ecke, davor am Boden ist ORT zu lesen, während an Wänden mit der Bedeutung von Worten und ihrer Farbgebung gespielt wird - so erscheint die Farbbezeichnung "gelb" in blauen Lettern auf rotem Hintergrund, bei "rot" sind wiederum die Buchstaben in gelb gehalten und die Fläche selbst in blau.

"Der Versuch, die Welt durch Konfrontation und Komposition einzelner Teile zu organisieren, kennzeichnet Josef Bauers Werk", so Krejci. "Eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg tief erschüttert wurde. Ähnlich wie in der Sprache setzt Bauer Objekte und Wörter in Beziehung und lässt Bedeutungen hervortreten. Bauers Geschichten erzählen auf poetische Weise vom Wunsch nach Zusammenführung, nach poetischer Dichte und nach Versöhnung von Schrift und Objekt."

Wie schwer mancher Buchstabe wiegen kann, führt Bauers in schwarz-weiß gehaltene Fotoserie "Körpergalerie" vor Augen: Einmal drückt eine Frau ein riesiges K wie ein Kind an sich, umarmt das unhandliche Zeichen fest, dann wird damit im Freien gelaufen oder findet der Buchstabe Eingang in die Feldarbeit. Es geht hier, wie schon im Titel der Schau, auch um die Art und Weise der Präsentation. Und doch schwingt oft auch die Bedeutung des politischen Protests mit, sind Bauers Arbeiten doch stets auf ihre Doppeldeutigkeit zu untersuchen. Mit einfachen Inhalten gibt er sich jedenfalls nicht zufrieden. Zu sehen ist "Demonstration" bis 12. Jänner 2020.

(S E R V I C E - Ausstellung "Josef Bauer. Demonstration" von 5. September bis 12. Jänner im Belvedere 21, Arsenalstraße 1, 1030 Wien. Mi-So von 11-18 Uhr, Mi und Fr auch bis 21 Uhr. Katalog zur Ausstellung, hrsg. von Stella Rollig, Hemma Schmutz und Harald Krejci, Buchhandlung Walther König, 280 Seiten, 29 Euro; )

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren