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Baden-Baden Kunstmäzen Frieder Burda verstorben

Sein 2004 eröffnetes Museum Frieder Burda zählt mittlerweile zu den renommiertesten Häusern Deutschlands. Sein Gründer starb im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Familie.

Frieder Burda auf einem Archivbild aus dem Jahr 2005 vor dem Bild "Kerze" von Gerhard Richter
Frieder Burda auf einem Archivbild aus dem Jahr 2005 vor dem Bild "Kerze" von Gerhard Richter © (c) AP (WINFRIED ROTHERMEL)
 

Er war einer der renommiertesten Kunstsammler und hat sich im Jahr 2004 mit seinem eigenen Museum in Baden-Baden einen Traum erfüllt: Am Sonntag ist Kunstsammler Frieder Burda im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben, wie das Museum am Montag bekannt gab. Frieder Burda war der zweite Sohn des Verlegers Franz Burda und dessen Ehefrau Aenne Burda, Begründer der gleichnamigen Verleger-Dynastie.

"Mit Frieder Burda verliert die Kunstwelt einen ihrer großen Sammler, der seine Liebe und Begeisterung für die Kunst immer mit besonders vielen Menschen teilen wollte", erklärte das Museum in einer Würdigung. Er sei für seine Mitarbeiter ein Vorbild an Bescheidenheit und Menschlichkeit gewesen. Als Privatmensch habe er es vermocht, Familie und Freunde immer wieder neu zusammenzuführen.

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Hubert Burda, Frieder Burdas jüngerer Bruder, mit seiner Frau Maria Furtwängler Foto © (c) APA/EPA/BRITTA PEDERSEN (BRITTA PEDERSEN)

Der Kunstsammler, der nach dem Tod von Franz Burda nicht ins Verlagsgeschäft einsteigen wollte, stieg schon früh in die Kunst ein. Auslöser war eine knallrote geschlitzte Leinwand von Lucio Fontana. Damit wollte er 1968 nur den Vater schocken. Doch der Senior, selbst Sammler von deutschen Expressionisten, war interessiert. Rückblickend war das für Frieder Burda das Initiationsereignis als Kunstsammler. Damals war er Anfang 30. 

Sein 2004 in Baden-Baden eröffnetes Museum Frieder Burda zählt inzwischen zu den renommiertesten Privatmuseen in Deutschland. Und es ist "für viele Jahrzehnte im Voraus auf absolut sichere Beine gestellt", betont Frieder Burda noch zu seinem 80. Geburtstag vor drei Jahren. Der Mäzen hat das Haus über eine Stiftung gesichert, in die fast alle Bilder nach seinem Tod eingehen.

"Mein Lebenswerk", nennt Frieder Burda stolz das vom New Yorker Star-Architekten Richard Meier erbaute Haus an Baden-Badens Prachtmeile, direkt neben der Kunsthalle und dem Kurhaus.

 Frieder Burda mit Maler Gerhard Richter
Frieder Burda mit Maler Gerhard Richter Foto © (c) AP (Thomas Kienzle)

Von Gerhard Richter und Sigmar Polke über die abstrakten amerikanischen Expressionisten um Jackson Pollock bis zum späten Pablo Picasso - Frieder Burda hat im Laufe der Jahrzehnte an die 1.000 Bilder und Skulpturen erworben, mit einem fast schon unheimlichen Gespür, wie ihm selbst Kritiker bescheinigten.

Er kaufte, was ihm gefiel. Meist direkt beim Künstler. Manchmal in reger Diskussion wie mit Baselitz oder durch ausdauerndes Werben um scheue Künstler wie Polke. Arnulf Rainer schätzte es, dass Frieder Burda "alles selber im Atelier rauspickt". Er war längst mit ihm befreundet wie auch Gerhard Richter, dem an Frieder Burda besonders gefiel: "Er ist so schüchtern wie ich." Der Mäzen selbst fühlte sich wiederum reich beschenkt durch den Kontakt mit der Kunst und den Künstlern.

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