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Clemens Setz im InterviewIm Augenblick "lieber nicht" Bachmann-Juror

Der Festredner beim Bachmann-Bewerb 2019 wird in Klagenfurt als "schweigendes achtes Jurymitglied" bezeichnet.

BACHMANN-PREIS: EROeFFNUNG '43. TAGE DER DEUTSCHSPRACHIGEN LITERATUR'
Clemens Setz bei seiner Klagenfurter Rede zur Eröffnung des Wettlesens © APA/GERT EGGENBERGER
 

Bei den 43. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt vergeht kaum eine Jury-Diskussion, in der nicht auf Clemens Setz' Eröffnungsrede verwiesen wird. Moderator Christian Ankowitsch nannte den Autor daher "das schweigende achte Jurymitglied". Die APA befragte Setz zum Ruhm seiner "Kayfabe"-Rede, zu seinen Zukunftsplänen als Juror und das Kandidatenfeld des diesjährigen Bachmann-Preises.

 

Herr Setz, sie gelten seit heute als das "schweigende achte Jurymitglied", Ihre Rede ist in aller Munde. Was sagen Sie zu dieser großen Resonanz?

Clemens Setz: Die Resonanz ist sehr angenehm und ehrenvoll. Es ist immer wieder dieses "Kayfabe"-Prinzip genannt worden und das ist ein bisschen unheimlich, wenn man für kurze Zeit so ein "Meme" generiert. Dann kommt es einem vor als würde man zu oft genannt werden und als wäre man irgendwie ein Hochstapler. Aber so ist es halt manchmal.

 Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft Teil der Jury zu sein?

Setz: Nein, nein, eher nicht. Manche Autoren haben eine Doppelrolle und schreiben auch Kritiken. Ich mache das bisher gar nicht, das wäre ganz neu. Über Kolleginnen und Kollegen zu reden, fände ich nicht so gut. Aber das sage ich jetzt. In drei Jahren sitze ich vielleicht völlig uneins mit mir selber doch da. Kann schon sein. Aber im Augenblick würde ich sagen: lieber nicht.

  Wie haben Sie den bisherigen Bewerb heuer wahrgenommen?

Setz: Ich bin immer wirklich gut unterhalten. Es ist eine Wohltat, dass man das hier so ausführlich machen kann. Zwischendurch gibt es vielleicht wetterbedingt Konzentrationsschwierigkeiten, aber ich war bisher bei keinem Text genervt. Ich kann da in diesen sechs Stunden immer folgen. Und ich entdecke immer gerne neue Namen - wie ich es als Hobby auch mit vergessenen Namen mache. Ich hatte vorher so Listen von Namen und jetzt lerne ich die Autoren kennen und denke mir: Wunderbar, den kann ich mir merken. Das machen wohl auch die Scouts und Agenten, aber ich muss es nicht mit einem professionellen Handlungsschritt verbinden, wie etwa meine Karte zu überreichen. Das will ich als Hobby genießen und als Bauen der kleinen inneren Datenbank.

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