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Aus für den Life BallLetzter Vorhang für das "Fest des Lebens"

Organisator Gery Keszler verkündete am Freitag offiziell das Aus des Charity-Events. Fehlende Gelder lassen die Veranstaltung nicht mehr finanzieren.

Gery Keszler verkündete am Freitag das Aus für den Life Ball
Gery Keszler verkündete am Freitag das Aus für den Life Ball © (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
 

Am 8. Juni wird der Life Ball zum letzten Mal stattfinden. Organisator Gery Keszler verkündete am Freitag gegenüber der APA-Austria Presse Agentur offiziell das Aus des Charity-Events. Fehlende Gelder lassen die Veranstaltung nicht mehr finanzieren. "Es ist nun Zeit, dieses Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen," sagte Keszler.

Es sei es in letzter Zeit immer schwieriger geworden, Sponsoren und Spender für den Ball gewinnen zu können, sagte Keszler. "Das Bewusstsein ist heute einfach ein anderes. Dem tragen wir nun auch Rechnung." 26 Jahre nach dem ersten Life Ball sei es an der Zeit, neue Wege zu gehen. "Die Rahmenbedingungen und Umstände haben sich über die letzten Jahre sehr verändert", sagte Keszler.

Viel erreicht

"Im Kampf gegen Aids haben wir viel erreicht. Aids hat sich von einem Todesurteil zu einer chronischen Krankheit gewandelt. Durch diesen Erfolg ergibt sich die paradoxe Situation, dass die Zahl der Verbündeten für Aids-Hilfsprojekte international und national abnimmt." Große Herausforderungen gäbe es dennoch - vor allem in Afrika: "Wir werden mit dem Reingewinn des 26. Life Ball unsere Energie jenen Regionen widmen, wo das Problem noch immer akut ist und wir Leben retten können. In Österreich wird von den Organisationen und der öffentlichen Hand hervorragende Arbeit geleistet. Daher wird es Verständnis für unsere Entscheidung geben, dass wir in der Unterstützung heuer auf internationale Projekte fokussieren.

Verein "Life+" besteht weiter

Der Verein "Life+", der für die jährliche Ausrichtung des Balles verantwortlich zeichnet, werde weiter bestehen, so Keszler. "Wir werden weiterhin leidenschaftlich gegen Stigma und Ausgrenzung aufstehen und Flagge zeigen." In den vergangenen Jahren hatte der Life Ball knapp 30 Millionen Euro Spenden für nationale und internationale Aids-Hilfsprojekte lukrieren können.

Es waren Deine Kraft und Fantasie, die uns den Rücken gestärkt haben, dieses Projekt anzugehen. Du warst ein unermüdlicher Botschafter für ein offenes und tolerantes Wien, und der Life Ball ist dafür ein weltweit sichtbarer Leuchtturm

Gery Kezsler über Helmut Zilk

Keszler dankte an die Anfänge des Life Balls erinnernd allen voran der Stadt Wien und dem damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, der das Event ins Rathaus holte. Direkt an den 2008 verstorbenen Bürgermeister gewandt sagt Keszler: "Es waren Deine Kraft und Fantasie, die uns den Rücken gestärkt haben, dieses Projekt anzugehen. Du warst ein unermüdlicher Botschafter für ein offenes und tolerantes Wien, und der Life Ball ist dafür ein weltweit sichtbarer Leuchtturm."

Als größter privater Geldgeber für heimische Organisationen rangiert "Life+" international auf Platz 16 der wichtigsten Fundraiser für HIV/Aids: In den vergangene 27 Jahren konnte der private Trägerverein über den Life Ball knapp 30 Millionen Euro für 170 nationale und internationale AIDS-Hilfsprojekte erwirtschaften. Erfolgreich war der Ball den Organisatoren zufolge auch als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Wien: Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden einer Studie des IHS zufolge über den Ball eine Brutto-Wertschöpfung von 106 Millionen Euro für Wien erzielt und rund 28 Millionen Euro an Steuern und Sozialversicherung gezahlt. Diesen Effekten "stand eine jährliche Unterstützung der Stadt Wien in der Höhe von rund 800.000 Euro gegenüber".

Wien dankte Keszler

Die Stadt Wien dankte am Freitag Life Ball-Organisator Keszler. Dieser habe das Bild Wiens als Stadt der Toleranz und Weltoffenheit hinausgetragen, hieß es in einer Aussendung. "Die Nachricht, dass der Life Ball 2019 der letzte sein wird, stimmt mich traurig", zeigte sich Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) über das Aus wenig erfreut. Erst kürzlich wurden die Subventionen für heuer und - auch schon für 2020 - beschlossen. Dem Trägerverein "Life+" wurden jährlich jeweils 900.000 Euro an Förderungen zuerkannt.

Die Höhepunkte in der Life-Ball-Geschichte:

Life Ball: Die Höhepunkte des schrillen Balls

1993 organisierte Gery Keszler den ersten Life Ball in Wien. Der damalige Bürgermeister Helmut Zilk ermöglichte es, dass die Aids-Benefizgala im Rathaus stattfinden kann. Hier sind Zilk und seine Frau Dagmar Koller am Life Ball im Jahr 1999 zu sehen.

APA

Die Gästeliste konnte sich bereits zu Beginn sehen lassen: Mit der fünften Ausgabe am 10. Mai 1997 mauserte sich der Life Ball zum Megaevent. "Designerin Vivienne Westwood (hier bei einem späteren Ballauftritt) kam nach Wien, um die diesjährige Modeshow auszurichten.

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Mit jedem Jahr wurde das Fest aufwendiger und pompöser, die Eröffnungszeremonie samt Modeschau auch für Zaungäste im Rathausplatz geöffnet.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Auch Hollywoodpromis entdeckten den Ball. Zu den Glamour-Gästen zählten unter anderen Whoopi Goldberg,

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Antonio Banderas und Naomi Campbell,

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Sean Penn,

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Oscar-Preisträger Adrien Brody,

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Charlize Theron,

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oder auch Norwegens Kronprinzessin Mette Marit

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Auch heimische Promis wie Conchita Wurst ließen sich den Life Ball natürlich nicht entgehen.

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Dagmar Koller wurde zum Stammgast.

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Seit 2006 kooperiert der Life Ball mit der American Foundation for Aids Research (amfAR). Auch die Clinton Foundation HIV/Aids Programme (CHAI) wurde unterstützt, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton kam deshalb oft nach Wien. 2010 bildete der Life Ball den Auftakt der Welt-Aids-Konferenz in Wien.Im Bild: Organisator Gery Keszler, Elton John und Bill Clinton.

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2015 war der vielleicht persönlichste Ball von Organisator Gery Keszler. Völlig unerwartet berichtete Keszler bei seiner Rede davon, sich selbst in Australien in seinen 20ern mit dem HIV-Virus infiziert zu haben. "Ich war einer der ersten in Österreich, der sich mit Aids infiziert hat", sagte er.

(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Danach gab Keszler bekannt, dass der Ball 2016 nicht stattfinden würde, um sich "neu zu erfinden". 2017 fand die Neuauflage statt und ist um ein Side-Event reicher. Erstmals gab es ein Event für Jugendliche im Wiener Rathaus.

(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Zwei Jahre später ist Schluss. Im Vorfeld des 26., und damit laut Keszler letzten, Life Balls gab der Organisator das Aus bekannt.

APA
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Ein Rückblick auf den vergangenen Life Ball:

Party im Lusthaus: Das war die Life Ball Style Bible Präsentation in Wien

Die Protagonisten der "Style Bible", ein aufwendig mit Swarovski-Steinen verzierter Band, entsteigen einer schwarz-weißen Zirkuswelt ...

Life Ball/Jürgen Hammerschmid

... und finden sich gemäß dem Motto „United in Diversity. Walking on the yellow brick road towards an end to AIDS.“ am Ende des Regenbogens in einer farbenfrohen Welt der Vielfalt wieder.

Life Ball/Jürgen Hammerschmid

Auf dem Weg finden sich mehr und mehr skurrile Figuren zusammen, alle auf ihre Art „Freaks“, jeweils auf der Suche nach einem Zuhause, nach Herz, Verstand und Mut.

Life Ball/Jürgen Hammerschmid

Die Fotos dafür sind in New York und Los Angeles, aber auch in Graz entstanden.

Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
Life Ball/Jürgen Hammerschmid
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Life Ball/Jürgen Hammerschmid
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Life Ball/Alvaro Diaz
Life Ball/Alvaro Diaz
Life Ball/Alvaro Diaz
Life Ball/Alvaro Diaz
Life Ball/Alvaro Diaz
Life Ball/Alvaro Diaz
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Life Ball/Alvaro Diaz
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Life Ball/Markus Herdin
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Kommentare (25)

Kommentieren
bitteichweisswas
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Naja ...

Der Kampf gegen Aids ist der eigentliche Sinn dieser Veranstaltung. Die "größte Schwulen- und Lesbenparty" war ein gewünschter(?) Nebeneffekt.
Heute wird einem tagtäglich "anders ist ganz normal" vorgekaut, so dass der "Reiz" des Lifeball verloren ging. Denk ich mir halt.

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weinsteirer
0
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nichts gegen das engagement von herrn keszler..

aber wenn die waffenindustrie den event sponsert nur weil frau clinton im gremium was zu sagen hatte, in welches land mit billigung der usa waffen geliefert werden dürfen und in welches nicht....
drehts einen über diesen moralischen event auch den magen um!

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Sportmaster
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Danke Gery Kezsler,

die Welt bräuchte mehr Idealisten wie dich

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selbstdenker70
3
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...

Ich sehe das Trauerspiel auf einer anderen Seite. Es gibt eine Weltbank die Geld vermehrt was niemand mehr versteht. Es gibt eine WHO, und weltweit hunderte Forschungszentren die alle mit öffentlichem Geld gespeist werden. Trotzdem muss man für eine Krankheit, die die ganze Welt betrifft, Spenden sammeln. Da sieht man was ein Menschenleben wert ist....

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3770000
5
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Die "Krone" hat die Kommentarfunktion bereits deaktiviert...

weil man offenbar Angst haben muss, dass es sonst zu Ausschreitungen durch debilen Pöbel kommt. Wohl, weil die "Krone" ja auch Medienpartner des Life Ball war. Das sind so Momente, in denen man checkt, dass die Satire die Realität längst eingeholt hat. Erschreckend.

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AIRAM123
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Österreich wird ein tiefes Entwicklungsland

... das kann man aus den Kommentaren hier herauslesen. Es ging beim Live Ball um Aufmerksamkeit für eine Krankheit. Und darum Forschungsarbeit zu finanzieren. Es gab Gott sei dank immense Fortschritte in der Medizin in dem Bereich. Wie man das so aus dem Auge verlieren kann? Wieviel Blödheit ist dafür nötig? So und jetzt geht hin und stampft weiter zu we will rock you!

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lieschenmueller
4
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@AIRAM123

Ich erinnere mich noch an das damals kleine Mädchen Schirin und ihre tapfere Großmutter.

Auch wie ich Mitte oder Anfang der 80er-Jahre das erste mal von dieser Krankheit gehört habe, die man nur vage benennen konnte.

Ein Hoch in Richtung Medizin. Und ohne Göd ka Musi. Wenn der Ball etwas zur Forschung beigetragen hat - und das tat er sicherlich - warum ihn runter machen? War die Kleidung einiger zu schrill? Selbst wenn, es muss einen nicht tangieren.

Die üblichen Verdächtigen halt, die sich freuen. Einzig @Shiba 1 verwundert mich diesbezüglich.

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Shiba1
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Und warum, Lieschen?

....

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lieschenmueller
0
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@Shiba1

Mit der Zeit prägen sich etliche Anschauungen von diversen Nicknames ein - und wenn ich XY lese, weiß ich bzw. glaube zu wissen, in welche Richtung wieder "argumentiert" wird. Beispielsweise ich lese ein Rufzeichen in der Überschrift - was es bedeutet habe ich zwar nie rausgefunden - da irrt meine Glaskugel nie.

Bei Ihnen hätte ich eher "schade" vermutet bei dieser Überschrift. Vielleicht verwechsle ich Sie auch nur. Das möge man mir auf meine alten Tage verzeihen ;-)

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heinz31
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GSD

Wird eh Zeit!

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triver
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neue Gesellschaft?!

Unglaublich, mit welcher Ignoranz und Boshaftigkeit hier einige glauben ihren geistigen Müll abzuladen. Der Life Ball hat wertvolle Aufklärung und Präventionsarbeit geleistet. Unglaublich, wie man sich daran stören kann und gleichzeitig selber nichts zur Gesellschaft beizutragen hat. Peinlich!

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cockpit
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In diesem Forum merkt man, dass Herr Böhmermann nicht so unrecht hatte

!

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KirchmairA
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Halleluja

Das ist endlich eine wirklich gute Nachricht

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Rsgg
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Schade

Gerry Keszler hat große Summen an Spenden für eine gute Sache erhalten. Ebenso wurde das Thema Aids welches alle Menschen betrifft !!!!!! diskutiert und öffentlich wahrgenommen. Große Summen wurden für Forschung und Entwicklung verschiedener Medikamente zur Verfügung gestellt !! Aids ist nicht heilbar aber behandelbar.
Danke für den Einsatz !!!!!!!
Schade !!!

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one2go
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Na

„Gott sei Dank“

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Blacksunshine
69
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Super news.

Endlich mal gute Neuigkeiten.

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Ichweissetwas
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fehlt nicht,

außer dem Keszler, der vom gefüllten "Futtertrog" weg ist.

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Rsgg
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Schlechtes Gewissen???

Gerry hat sicher mehr für die Sache erreicht als sie jemals gespendet haben !!!!!!

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Shiba1
56
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Gute Meldung

.....

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hakre
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!

wird sicher kein großer verlust sein!

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Lodengrün
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Wenn Sie @hakre

armer Geist nicht mehr sind werden Sie niemandem abgehen und werden auch keine Spuren hinterlassen haben. Genau die Spuren sind es die Keszler gelegt hat. Er hat Bewußtsein geschaffen, Hoffnung gegeben, Toleranz gefordert.

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hakre
17
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!

danke, dass du mich armer geist nennst. ich möchte das gleiche dir zurückschicken, "armer geist"

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wischi_waschi
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hakre

Immer unter dem Mäntelchen Wohltätigkeit.
Bin der selben Meinung als Sie .

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lieschenmueller
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Meinung

"Wie Sie" heißt das! "Als" drückt Ungleichheit aus. Dann setz' ich meinen Hobel an und hoble alle gleich ...........

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aral66
7
6
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Ich finde diesen Beitrag einfach nur

Wischi Waschi

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